Gymnasium Winsen
Gruppenzwang führt zu Verschuldung
Insgesamt verfügen die 13 bis 17-Jährigen über eine jährliche Kaufkraft von zirka 7,5 Milliarden Euro, wie das Institut für deutsche Wirtschaft (IW) in Köln feststellte. Das sind ungefähr 1440 Euro pro Kopf im Jahr. Doch wofür geben die Jugendlichen das Geld aus?
Vor allem würde Mode gekauft werden. Bei den älteren Jugendlichen würde aber auch viel Geld für Disco und Handy benötigt. Die Jüngeren würden hauptsächlich Süßigkeiten und Fast Food von ihrem Geld kaufen, wie eine Umfrage der „Bild“ ergab. Eine weitere Umfrage, die sich mit dem Konsumverhalten beschäftigte, ergab auch, dass Jugendliche vorwiegend Kleidung von ihrem Geld kaufen. Außerdem wurde das Shoppingverhalten erfragt. Hierbei war das Ergebnis, dass Jugendliche vor allem in großen Städten einkaufen gehen. Aber gerade Jungen würden immer mehr zum Onlineshopping übergehen. Dies passt auch zu der auf Eurostat basierenden Statistik von Bitkom, welche ergab, dass Deutschlands Jugendliche in Europa am meisten im Internet kaufen würden - nämlich 48% der Jugendlichen. Doch gerade das würde immer mehr zur Schuldenfalle werden. Die besondere Tücke liege darin, dass man beim Bestellen im Internet das Geld nicht wirklich in der Hand hielte wie es beim baren Bezahlen in Geschäften der Fall sei. So verliere man schnell den Überblick über das Gekaufte.
Dasselbe geschehe auch oft im Umgang mit Handys. Teure Klingeltöne und der fehlende Überblick über versendete Kurzmitteilungen (SMS) würden oft in Schulden enden. Doch wo kommt allgemein die Bereitschaft her, Schulden zu machen? Welches Ziel treibt die Jugendlichen dazu?
Das Verhalten lässt sich besonders gut am Beispiel der Mode erklären. Jugendliche haben das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit. Experten meinen, natürlich könnten diese Bedürfnisse durch gute Noten, Erfolge im Sportbereich oder anders befriedigt werden, doch der Weg dorthin erscheine mühsam. Das Zur-Schau-Tragen von Markenartikeln und das Stylen des Äußeren scheint das vergleichsweise einfachste Mittel, um sich Anerkennung und Respekt in der Gruppe zu verschaffen. „Demonstratives Konsumverhalten“ nennen es die Soziologen. Besonders bei bildungsfernen und sozial benachteiligten Jugendlichen ist dieses Verhalten stark ausgeprägt. Die Kehrseite der Bestätigung durch Markenkonsum ist der Ausschluss derjenigen, die keine Marken tragen. Und so kommt man aus dem Kreislauf nicht wieder heraus. Doch ist es das, was die Jugend von heute ausmachen soll?
