Gymnasium Winsen

Rezension: "Die Totenbraut"

Der Fantasieroman „Die Totenbraut“ von Nina Blazon spielt in den Wäldern Serbiens im Jahre 1731, welches stark vom Aberglauben und der Angst vor Hexen, Vampiren und Dämonen beherrscht wurde. Die vierzehnjährige Jasna wird von ihrem Vater an einen ungarischen Pferdezüchter verkauft, als Braut für seinen Sohn, den ein schreckliches Geheimnis umgibt.

Eigentlich sollte Jasna nicht vor ihrem 16. Lebensjahr verheiratet werden. Doch der fremde Pferdezüchter Jovan sucht eine Frau für seinen Sohn. Der Gutsherr hat Geld und Jasnas Vater ist bereit, seine drittjüngste Tochter von sieben Töchtern zu verkaufen. Noch am Tag ihrer Ankunft im Grenzgebiet des Osmanischen Reiches, wird sie mit Danilo, dem Sohn, verheiratet. Schon in der Hochzeitsnacht versucht Jasna zu fliehen, denn sie fühlt sich auf dem Hof nicht wohl. Es herrscht Unfrieden, den sie sich nicht erklären kann. Auch im Dorf hält man nichts von ihrer neuen Familie und so wird Jasna ebenfalls ausgegrenzt. Doch sie findet Menschen, die mit ihr sprechen. Dusan, ein fahrender Holzfäller, und auch Frauen, die ebenfalls keinen guten Ruf in der Gemeinschaft haben. Jasna hört, dass Danilo gar nicht Jovans Sohn sein soll, sondern Gorans. Danilos Mutter hat ihn am Grab geheiratet, so wie es gegen ihren Willen bestimmt wurde. Marja war also eine Totenbraut. Damit begann das Unheil: Goran kehrte wieder. Die Männer auf dem Gut sind verflucht und von der Kirche ausgeschlossen. Es ist unheimlich. Nema, die stumme, alte Frau vom Hof, zu der Jasna am Anfang noch etwas Vertrauen hatte, wendet sich bald ab. Danilo ist nicht bereit, so wie sein Vater es wünscht, Nachkommen mit Jasna zu zeugen. Das Netz aus Lügen, Geheimnissen und Rätseln wird immer dichter. Jasna will herausfinden, was wirklich auf dem Hof und in dem Dorf vorgeht, doch was sie herausfindet, lässt sie niemals wieder los.

Es gibt Bücher, die man nicht einfach nur liest, sondern verschlingt. „Die Totenbraut“ ist so eins. Die Geschichte beginnt im Jahre 1731 im heutigen Serbien. Mit Fantasie geschrieben, ist daraus ein spannendes Buch geworden, welches von Aberglauben und Romantik gefüllt ist. Die geheimnisvolle und zugleich gruselige Atmosphäre zieht den Leser in ihren Bann. Der Schreibstil der Autorin ist sehr lebendig, denn sie findet immer wieder die passenden Worte. Die perfekten Formulierungen lassen den Leser die Geschichte förmlich mitleben. Man fühlt sich nahe an Jasnas Seite, die Schreckliches durchmacht. Sie hat eine sanfte, zerbrechliche Persönlichkeit, so dass ihre Stärke überrascht. Dusan, der Holzfäller, nennt sie „Distel“. Das passt sehr gut. Auch wenn Jasna ihren Mann nicht liebt, so ist das Buch doch auch eine Liebesgeschichte. Dusan, der fahrende Holzfäller, wird zum Mann ihrer Träume. Man sieht ihn als Retter bis er sich als Schlitzohr entpuppt und sich die Geschichte drastisch verändert.