Bauhaus
Vom krassen Außenseiter zum Weltkulturerbe
Lyonel Feininger, Paul Klee, Wassily Kandinsky, Oskar Schlemmer, Mies van der Rohe und Bauhaus-Gründer Walter Gropius - diese Namen gehören heute zum Kanon der Kunstgeschichte. Sie alle aber haben, jeder auf seine Art, das Bauhaus geprägt.
Dessau. Damit ist nun keineswegs die bekannte Baumarktkette gemeint, sondern die 1919 in Weimar gegründete Kunstschule, die 1925 nach Dessau umzog, dort ihre beste Zeit erlebte und schließlich am 19. Juli 1933 von den Nazis in Berlin zur Selbstauflösung gezwungen wurde.
Der Grundgedanke bestand in der Verbindung der Architektur als Gesamtkunstwerk mit den anderen Künsten. Eine weitere Intention war, die Kunst wieder von der Industrialisierung abzugrenzen.
Beispielhaft und bis heute nachwirkend war die gemeinsame Ausbildung in einem Vorkursus. Dabei wurde Wert auf eine vielseitige und umfassende "Grundausbildung" in möglichst vielen Kunsthandwerksrichtungen gelegt.
In der Dessauer Zeit entstanden die ersten Möbel. Dabei handelte es sich um die bis heute sehr beliebten "Freischwinger". Das Bauhaus-Gebäude wurde 1945 zerstört und erst 1976 rekonstruiert. 1996 wurde es zum Weltkulturerbe erklärt.
Da nach der Zwangsauflösung des Bauhauses einige Protagonisten in die USA emigrierten, wurden die Bauhaus-Ideen dorthin weitergetragen. Methoden und Lehrsätze setzen sich sogar schnell durch.
