Nedderdütsche

Statt nach Kapstadt geht es direkt in den Knast

Gute plattdeutsche Stücke sind rar. Das Harburger Volkstheater "De Nedderdütsche" hat sich für sein30-jähriges Bestehen mit "De Reis nach Kapstadt" ein ganz besonders temperamentvolles Werk ausgesucht. Die Komödie von Theodor Schübel in der plattdeutschen Übersetzung von Ohnsorg-Schauspielerin Meike Meiners hat am 6. November im Saal des Helms-Museums Premiere. Montag beginnen die Proben.
Nedderdütsche

An der Spitze des Volkstheaters "De Nedderdütsche": Horst Voßberg (Erster Vorsitzender, von links), Hannelore Wagner (Künstlerische Leiterin), Ingrid Neumann-Stender (Regisseurin) und Dieter Bahlmann (Zweiter Vorsitzender).

Harburg. In dem Stück versucht ein Ehemann, vor seiner Frau einen vierwöchigen Gefängnisaufenthalt zu verschleiern. Stattdessen schickt ihn seine Firma angeblich nach Kapstadt. Alles geht gut, bis zwei Mithäftlinge auftauchen, die flugs in Arbeitskollegen verwandelt werden müssen. Der Ehemann, gespielt von Jörg Dornbeck, baut ein Lügenspiel auf, das irgendwann in sich zusammenbrechen muss.

In der Regie von Ingrid Neumann-Stender sind außerdem Birgit Rofler, Christa Reimann, Jens Reimann, Kathrin Gröne, Holger Bölke und Klaus Bracker zu sehen.

"De Nedderdütsche" hat derzeit 32 Mitglieder, fünf sind seit der Gründung dabei. Die prominentesten Mitglieder, die im Laufe der drei Jahrzehnte dabei waren, sind Sandra Keck (Ohnsorg Theater) und Dirk Vossberg (Familie Malente).

So kontinuierlich die Aufführungen im Saal des Helms-Museums sind, so unstet ist der Verein in Bezug auf die Probenräume und die Möglichkeit, die Kulissen zu lagern. Vorsitzender Horst Voßberg: "Derzeit haben wir die sechsten Probenräume." Auch mit der Situation im Saal des Helms-Museums ist er unzufrieden. Seiner Meinung nach blockiere das Harburger Theater zu viele Termine mit eigenen Proben. Für die Amateure bliebe dann keine Zeit mehr.

"De Reis nach Kapstadt" wird nicht nur mehrfach in Harburg, sondern auch in Hörsten, Neugraben, Wilhelmsburg und Bendestorf gezeigt.

Das 30-jährige Bestehen soll außerdem im März/April 2011 mit einer Festwoche gefeiert werden. Hermann Bärthel und Jochen Wiegand haben bereits fest zugesagt. Im nächsten Jahr soll es mit "Max und Moritz" auch wieder ein Kinderstück auf hochdeutsch geben.

Karten zu zwölf und zehn Euro gibt es am Mittwoch,1. September, an der HAN-Konzertkasse im Phoenix-Center, an der Konzertkasse Harburg im Karstadt-Haus sowie bei Heike Burda unter Telefon 0 40/7 01 68 93.