Helms-Museum

"Mit keinem Museum vergleichbar"

Das Harburger Helms-Museum befindet sich derzeit in einer Art Schwebezustand. So jedenfalls beschreibt Rainer-Maria Weiss, der Direktor des Hauses, im HAN-Gespräch die gegenwärtige Lage. Ursache sind der Wechsel in der Leitung der Kulturbehörde und die Bestrebungen, das Helms-Museum aus dem Verband der Stiftung Historische Museen herauszulösen.
Rainer-Maria Weiss

Rainer-Maria Weiss, Direktor des Harburger Helms-Museums

Harburg. Wie mehrfach berichtet, schreibt das Helms-Museum als einziges der vier zu einem Zwangsverband vereinten Häuser schwarze Zahlen. Auch in diesem Jahr steht wieder ein erfolgreicher Abschluss bevor. Weder das Hamburg-Museum, das Museum für Arbeit noch das Altonaer Museum sind dazu in der Lage. Das hat unter anderem die Harburger Bezirksversammlung dazu veranlasst, einen entsprechenden Ausgliederungsantrag zu stellen. Rainer-Maria Weiss verweist in diesem Zusammenhang auf die Sonderstellung des Harburger Museums: "Wir sind ja nicht nur ein Museum, sondern auch das Amt für Bodendenkmalpflege für ganz Hamburg. Außerdem haben wir einen starken lokalen Bezug." Insofern sei das Harburger Museum mit den anderen nicht zu vergleichen.

Von Anfang an hatte Weiss mit seiner Skepsis über die Funktionsfähigkeit der Stiftung Historische Museen nicht hinter dem Berg gehalten. Der Wechsel an der Spitze der Kulturbehörde sei eine Chance, die in der Vergangenheit gemachten Fehler zu beseitigen: "Die Reform muss repariert werden und darf nicht auf Gedeih und Verderb durchgezogen werden", sagt Weiss. Er sei sehr gespannt, was Reinhard Stuth (CDU) entscheiden werde.

Das bezieht sich auf die gegenwärtige Situation im Vorstand der Stiftung Historische Museen. Denn die inzwischen aus dem Amt geschiedene Senatorin Karin von Welck (parteilos) hatte noch den bisherigen Vorstand abberufen und damit die vier Museumsdirektoren entmachtet. Ihr Plan, stattdessen einen Generaldirektor einzusetzen, wurde indes nicht mehr realisiert. Stattdessen gibt es mit Elisabeth Kosok (Hamburg-Museum) eine kommissarische Geschäftsführerin.

Rainer-Maria Weiss hat seine Aufgaben im Helms-Museum in einem Fünf-Punkte-Plan zusammengefasst, von dem bisher lediglich der erste abgearbeitet ist. Das neue Archäologische Museum ist im vergangenen Jahr eröffnet worden. Derzeit geht es um die Ausgestaltung des Stadtgeschichtlichen Museums. Dazu wird der Museumsleiter bis zum Monatsende einen Finanzantrag von zweimal 190 000 Euro für die Jahre 2011 und 2012 stellen. Das Geld soll aus dem neu geschaffenen "Museumstopf" von jährlich zwei Millionen Euro kommen. Das Konzept für die "Stadtgeschichte" will Weiss - wie geplant - Ende des Jahres vorstellen.

Punkt drei auf der Liste ist der endgültige Ausstieg aus dem Standort Feuerwache. Auch hier soll bis zum Jahresende alles erledigt sind. Punkt vier ist der Ausstieg aus der Stiftung Historische Museen. Was das Museum dann benötigt, sind Flächen für Sonderausstellungen, die den Besuch eines Museums besonders attraktiv machen. "Wenn wir so weit sind, beginnt die Arbeit, für die ich einst an dieses Haus geholt worden bin," sagt Weiss schmunzelnd. Aber wann das sein wird, weiß er auch noch nicht.