Kunst in Buchholz
Die Heide gestern und morgen
Warum ist eigentlich niemand schon früher auf die Idee gekommen, die Jahresausstellung der Buchholzer Künstler unter das Leitthema "Die Heide" zu stellen? 26 Malerinnen, Maler und Installationskünstler zeigen derzeit in der Holmer Mühle, was ihnen zu diesem Thema eingefallen ist.
Holm. Das ist sowohl gegensätzlich als auch tiefschürfend. Durch mehrere Leihgaben wurde zudem ein Bogen in die Vergangenheit der Heidedarstellungen geschlagen.
Das Hauptproblem eines jeden Heidebilds ist das Vermeiden jeglichen Anzeichens von Kitsch. Da aber blühende Heide knall-lila unter blauem Himmel ist, fällt dies schwer. In der Holmer Ausstellung haben die Künstler ganz unterschiedliche Möglichkeiten gefunden.
Peter Nitsche zum Beispiel ist der Protagonist der Heide als Schicksalslandschaft. Auf seinen beiden Bildern stehen die Birken vor dramatischen Himmeln und weiten Horizonten.
Einen ganz anderen Ansatz hat Bettina Ulitzka-Allali gefunden, um die Klischees zu umgehen. Sie stellt eine Heidekönigin dar. Mit den blonden Haaren und der Krone aus Heidekraut entspricht sie auch den herkömmlichen Erwartungen. Aber ihre nackten Oberarme wirken männlich, außerdem trägt sie dort ein unübersehbares Tattoo. Mit geballten Fäusten blickt das Mädchen entschlossen in die Kamera. "Zeige deine Wunde" heißt die Arbeit, die Tradition und Fortschritt als rein persönliche Probleme entlarvt.
Gewohnt souverän setzt sich Max Michael Holst mit der Heide auseinander, Elke Kegel-Judis imponiert mit ihren "Variationen über eine Birke". Die eisig-frostige Seite der Heide zeigt Susanne Mieling, ein Kompendium an Gefühlen und Empfindungen ist das 30-teilige Heide-Tagebuch von Felicitas Schmidthausen. Neue Formen in der traditionellen Heidedeutung steuert Gisela Weissel bei.
