Kunstverein Buchholz

Verloren in der Unendlichkeit des Seins

Wer meint, alle Stilrichtungen und Techniken der Kunst bereits einmal gesehen zu haben, wird im Kunstverein Buchholz gerade eines anderen belehrt. Denn Heike Jeschonnek hat eine geheimnisvolle Wachstechnik entwickelt, die eine völlig neue Seh-Erfahrung ermöglicht.
Kunstverein Buchholz

Heike Jeschonnek: "Keine Rettung".

Buchholz. Zunächst einmal: Farben sucht man hier vergeblich. Nur selten geht Heike Jeschonnek über ein monochromes Grau-Grün hinaus. Auch Details sind ihre Sache nicht. Vielmehr ist es eine Art "sinnliches Sehen", das die Betrachter in den Bann zieht. "Keine Rettung" spielt vor einer Arche und erzählt den Tod eines Zebras, das die rettende Arche nicht betreten wird. Der Kern der Geschichte wird von der Künstlerin an den Rand gedrängt, im Mittelpunkt des Sehens stehen Strukturen und Bewegungen.

Bei dem Bild "Blinder Passagier" dominiert ein großer Bogen, der als Schienenstrang vorn rechts beginnt, zum Träger eines unwirklichen Zuges wird und sich schließlich unkenntlich hinten links im Unendlichen verliert. Die Passagier-Passage wird auch hier nur nebenbei thematisiert.

Heike Jeschonnek zwingt mit ihrer eigenwilligen Technik aus dem Wechselspiel von Paraffin und Wachs und den überwiegend großen Formaten (bis zu 240x170 cm) sich auf diese Eindrücke einzulassen und die Strukturen auf sich wirken zu lassen. Ihre Kunst ist die der Hintergründigkeit und Doppelbödigkeit - und das auf einem Niveau, das in der Kunstszene leider nicht mehr selbstverständlich ist. Unbedingt hingehen!

  • Kunstverein Buchholz, Kirchenstraße 6, bis 31. Oktober dienstags bis freitags 16 bis 18 Uhr, sonnabends und sonntags 11 bis 17 Uhr geöffnet.