Vereine

Die Fusion im Visier

Während vielerorts die Debatte über mögliche Fusionen von Sportvereinen immer wieder ins Stocken gerät, werden zwischen Buchholz und Tostedt Nägel mit Köpfen gemacht: Der SV Trelde geht mit dem Kakenstorfer SV zusammen.
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Die Vereins-Ehe könnte 2011 offiziell vollzogen werden: Der Kakenstorfer SV hat unter anderem Bogenschützen.

Kakenstorf/Trelde. Die Mitglieder beider Vereine haben der Fusion bei ihren jeweiligen Versammlungen Mitte Juni zugestimmt. Im HAN-Interview erklärt Hans-Günther Weber, Vorsitzender des SV Trelde, warum die Nachbarn diesen Weg gehen.

 

HAN: Wann ist die Idee zu einer Fusion aufgekommen?

Hans-Günther Weber: Vor vier Jahren haben wir uns die Frage gestellt: Wie lange ist ein Verein wie der SV Trelde noch überlebensfähig? Dann haben wir eine entsprechende Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Die hat unter anderem herausgefunden, dass ein Mehrspartenverein wie unserer 1000 Mitglieder benötigt, um zukunftsfähig zu sein.

 

Wie war die Ausgangslage?

Trelde hatte 700 und Kakenstorf etwas mehr als 300 Mitglieder.

 

Das klingt nach einer einfachen Rechnung . . .

Wir haben dennoch zunächst überlegt, wie wir selber wachsen können. Aber die Dörfer der Umgebung - Trelde, Kakenstorf, Drestedt, Sprötze - haben mit Blick auf die Mitgliederzahl eines Sportvereins ein Problem: Da wird überall nicht mehr viel gebaut und entsprechend ziehen kaum junge Familien nach.

 

Und wie entstand der Kontakt zum Kakenstorfer SV?

Uwe Lange, der Vorsitzende des Kakenstorfer SV, und ich sind bei der 900-Jahr-Feier von Kakenstorf beim Organisationskomitee ins Gespräch gekommen. Danach haben wir eine gemeinsame Veranstaltung durchgeführt. Unter anderem dabei stellten wir fest: Es passt alles zusammen - die Menschen, die Sportstätten und das Angebot.

 

Was meinen Sie konkret?

Kakenstorf hat zum Beispiel viele Sportarten die wir nicht haben: wie Tennis, Bogenschießen, Skat, Volkstanz und Boule. Und wir haben eine große Turnabteilung, die in allen Bereichen besetzt ist: Trampolin, Kinderturnen, Gesundheitssport, Wirbelsäulengymnastik und, und, und. Außerdem bieten wir Wandern, Nordic Walking, Volleyball, Tischtennis und eine breitgefächerte Tanzabteilung an.

 

Vielfalt ist also ein Vorteil für die Mitglieder. Worin liegt der Gewinn auf Vereinsseite?

Ich vergleiche es immer mit einem Supermarkt. Wenn der morgens aufmacht, ist die Kühltruhe an, die Kassen sind besetzt, die Auslage des Bäckers ist gefüllt: Das sind alles feste Kosten. Wenn 500 Kunden kommen, sind die Investitionen ausgeglichen. Wenn beispielsweise 1000 kommen, ist es besser: Dann ist im Idealfall Geld übrig, dass man in Erweiterungen und Verbesserungen investieren kann.