Fit mit 50
So ist man fit mit 50 - Heinz und Wiebke Baseda haben es geschafft
Wittenberg. "Wo liegt eigentlich Ihr Erfolgsgeheimnis?", wurde 1998 Fußballtrainer Otto Rehhagel gefragt, als er den Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Kaiserlautern sensationell zur Deutschen Meisterschaft führte. "Im Sport gibt es eigentlich keine Geheimnisse. 90 Prozent sind harte Arbeit, acht Prozent Talent und der Rest ein bisschen Glück", brachte es Rehhagel in seiner unnachahmlichen Weise auf den Punkt.
Die HAN nahmen diese Sportreporterfrage auf und wollten wissen: "Wie schafft man es, fit mit 50 zu sein?" und besuchten Wiebke und Heinz Baseda in Wittenberg bei Fleestedt. Das Ehepaar startet für Grün-Weiss Harburg. Wiebke gewann vorige Woche bei den Leichtathletik-Europameisterschaften der Senioren in Nyiregyháza/Ungarn in der Alterklasse W50 (50 bis 54 Jahre) Gold im Siebenkampf, Silber im Hochsprung und Bronze über 300 m Hürden. Heinz gewann in der M55 Silber in der 4x400-m-Staffel und Bronze in der 4x100-m-Staffel.
Wiebke: "Um so fit zu sein, muss einiges zusammenpassen: Die Liebe zum Sport, eine funktionierende Familie, die Vereinbarkeit von Job und Sport, eine gesunde Ernährung, Disziplin und systematisches Training." Grundlage des Erfolgs sind Trainingspläne. Die sehen bei Wiebke Baseda beim Sommertraining so aus: Montag frei, Dienstag Sprinttraining in der Scharfschen Schlucht, Mittwoch frei, Donnerstag Technik- und Schnellkrafttraining, Freitag Speerwurf und 800-m-Training, Wochenende Wettkämpfe, sonst Sonnabend frei, Sonntag Training und Technik.
Das Wintertraining ist reduziert und beinhaltet pro Woche je einmal Training in der Leichtathletikhalle Alsterdorf und am Sinstorfer Pavillon (dort meist Kraftübungen), einen Waldlauf und ein Bahntraining. Im Frühjahr wird das Training kontinuierlich intensiviert. Pause ist im September und Oktober.
Die Familie Baseda ist so sportlich, dass die Eltern nicht nur Tipps geben können, wie man jenseits der 50 noch fit sein kann, sondern auch, wie man es schafft, eine ganze Familie zum Sport zu bringen. Jonas (26), Vanessa (27) und Chantal (20) sind allesamt so sportlich wie ihre Eltern.
"Es bringt nichts, den Kindern eine Sportkarriere aufzwingen zu wollen, die man selbst nicht geschafft hat", ist für Heinz Baseda die wichtigste Erkenntnis. Sport müsse man den Kindern einfach vorleben. Wenn die diese Begeisterung aufgesaugt haben, heißt das aber noch lange nicht, dass die in der gleichen Disziplin landen. Wiebke Baseda: "Kinder werden erwachsen, indem sie sich von den Eltern abgrenzen. Deshalb war es bei uns typisch, dass unsere Kinder sich anders spezialisiert haben." Jonas tat das mit dem Speerwurf, den seine Mutter in der Regel nur im Siebenkampf betreibt. Die Töchter Vanessa und Chantal betrieben nur als Kinder Leichtathletik und wechselten schon in der Jugend zum Basketball.
