Inline Skating

Rückkehr der flotten Rollen

Wie wäre es mit Inlineskating, einer Sportart nicht nur für Junge? Die HAN haben Tipps und einige Routenvorschläge zusammen gestellt.

Theo Sterzl, "Kopf" der Hausbrucher Inline-Initiative Speedteam, hebt am Altenwerderaner Deich ab.

Harburg. Eine gewisse Zeit lang waren sie nach der Blütezeit vor etwa 15 Jahren fast aus dem Straßenbild verschwunden, aber seit einiger Zeit sind sie wieder da: die Inlineskater. Auch Harburg Stadt und Land wird von ihnen gern überrollt.

Kinder und Jugendliche bekommen die rasanten Rollschuhe wieder geschenkt, Eltern und Großeltern sind gemeinsam mit ihnen völlig von der Rolle. Sowie Jakob Kohl. Der 66-jährige Meckelfelder hat die Inline-Gruppe "Die Windbrecher" gegründet und ist viele Wochenenden im Jahr auf den schönsten Strecken Deutschlands unterwegs - zurzeit gerade mit seiner Enkelin in der Umgebung von Kaiserslautern: "Die Inliner sind ideale Sportgeräte für ältere Menschen", sagt der Rentner: "Mit ihnen unterwegs zu sein, ist total gelenkschonend." Die Windbrecher treffen sich zu gemeinsamen Ausflügen immer auf dem Parkplatz neben der Araltankstelle in Maschen. Die Termine werden per Rundmail bekannt gegeben. "Meistens sonntags, weil dann weniger Verkehr ist", so Kohl.

Wer mitfahren möchte, muss entsprechende Schutzbekleidung tragen und zwingend einen Helm. Und man sollte schon etwas Erfahrung und Kondition mitbringen.

Die Erfahrung kann beim Hausbrucher Speedteam gesammelt werden: Theo Sterzl (44) ist ihr "Leitwolf": "Wir bieten fortlaufend Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene an. Im Winter kann man bei uns in der Halle laufen." Die vielen Treffpunkte und Termine des agilen Speedteams findet man am besten auf deren Homepage (siehe unten).

Einen speziellen Kursus für Interessierte ab 50 Jahren kann man bei der Hamburger Inline-Skating-Schule belegen. In den "50+"-Kursen wird in angemessener Geschwindigkeit und mit einer besonders intensive Betreuung das Fahren, Bremsen und andere Techniken erlernt, so dass auch die etwas Ängstlicheren mit Sicherheit zum Inline-Vergnügen finden.

Jeweils am Montag, in den kommenden Wochen um 18.30 Uhr, treffen sich die Anhänger der Hollenstedter Inline-Initiative am Freibad in der Jahnstraße, um gemeinsam auf Tour zu gehen. "Wir freuen uns über neue Mitläufer und geben auch gern Tipps", sagt Kai Strahlendorf. Der 50-jährige Geologe organisiert auch den jährlichen Hollensteter Inline-Marathon.

Allen drei Harburger Experten liegt die Sicherheit der Inlineskater sehr am Herzen: "Bloß nicht einfach zu Karstadt fahren, Sachen kaufen und losdüsen", warnt Strahlendorf: "Das ist viel zu gefährlich und man verliert auch schnell den Spaß. Inlineskaten kann man nicht einfach so."

Infobox

Standpunkt: Her mit den Schildern für Skater!

Inlineskater sind seit einer Gesetzesänderung zum September des vergangenen Jahres verkehrsrechtlich dem Fußgängerverkehr zuzuordnen und müssen deshalb auf den Bürgersteig. Keine gute Lösung sowohl für Fußgänger, als auch für Skater. Selbstverständlich müssen Skater Rücksicht auf die Benutzer des Bürgersteigs nehmen. Doch ihren rasanten Sport können sie auf diese Weise nicht zufriedenstellend ausführen. Weshalb sie ohnehin am liebsten auf geeigneten Wirtschaftswegen und kleinen Nebenstraßen fahren, was aber nicht immer und überall möglich ist. Oft bleibt nur der Radweg. Doch wer ihn als Skater benutzt, riskiert eine Geldstrafe. Lediglich das neueingeführtes Verkehrsschild "Inlineskater frei" würde ihm erlauben, auf dem Radweg oder dem rechten Straßenrand zu fahren. Doch haben Sie so ein Schild bei uns schon einmal gesehen? Damit die Skatern aus der rechtlichen Grauzone herauskommen, muss die Forderung lauten: Her mit den Skater-Schildern! Eine Maßnahme, die den Freizeitwert des vielbeschworenen Regionalparks Rosengarten zudem deutlich aufwerten würde!