VfL Jesteburg

"Der Leistungswille ist da"

Als Fußball-Bezirksligist VfL Jesteburg zur Saison 2010/11 einen neuen Trainer suchte, wurden alle möglichen Namen gehandelt. Die Überraschung war groß, als der VfL den langjährigen Neuland-Trainer Thomas Rabe vorstellte, denn er hatte bislang noch nie im Landkreis gearbeitet.

Thomas Rabe, Trainer VfL Jesteburg.

Jesteburg.  Der Mut des VfL, auf einen Landkreis-Neuling zu setzen, scheint sich auszuzahlen. Mit vier Siegen in den ersten drei Spielen erwischten die "Rüsselkäfer" einen optimalen Start. Zuletzt gab es gestern einen 4:0-Sieg (dreimal Julian Kühn, einmal Tobias Nehls) zu Hause gegen den TuS Bröckel.

HAN: In den vergangenen Jahren haben sich mit Thorsten Schammer, Patrick Hohnschild und Markus Hehr einige Trainer die Zähne ausgebissen. Hat der VfL eigentlich eine untrainierbare Mannschaft?

Thomas Rabe: Nein, im Gegenteil. Ich habe hier eine Mannschaft vorgefunden, die lebt und die sehr leistungswillig ist. Sie hat sofort toll mitgezogen.

 

Wie sind eigentlich die Kontakte zum VfL nach Jesteburg entstanden? Als Trainer hatte Sie dort nicht wirklich jemand erwartet.

Mein Sohn Tim-Niklas hat ja schon länger im Landkreis gespielt. Außerdem kannte ich VfL-Obmann Mirco Steinberg vom Harburg-Pokal.

 

Was haben Sie eigentlich anders gemacht? Nach drei Jahren scheint der VfL endlich mal wieder erfolgreich Fußball zu spielen.

Groß was verändert habe ich nicht. Mit Kapitän Julian Kühn, André Helwig, Nick Stoßmeister und Chikale Loa haben wir Routiniers, die den Jungen den Rücken freihalten. Es ist wichtig, dem Nachwuchs Vertrauen zu schenken, selbst wenn mal Rückschläge folgen. So hat zum Beispiel gegen Bröckel Maximilian Fischer zum ersten Mal von Beginn an gespielt und konnte so wichtige Erfahrung sammeln. Er hat das gut gemacht.

 

Wo war ihre größte Baustelle?

Ganz klar in der Abwehr. Der VfL hat im Vorjahr 57 Tore kassiert. Ich habe zur Abwehrkette deshalb vorerst Nick Stoßmeister als Libero gestellt.

 

Was ist Ihre Philosophie?

Es fängt damit an, dass man bescheiden auftreten muss. Wer große Worte findet, muss auch große Taten folgen lassen. Mir ist wichtig, nicht nur erfolgreich zu sein, sondern auch guten Fußball zu spielen. Ich möchte deshalb das spielerische Moment stärken. Und natürlich die Jugend voranbringen.

 

Haben Sie eigentlich versteckte Talente gefunden, die Ihre Vorgänger nicht auf dem Zettel hatten?

Ja, ich habe zum Beispiel Manuel Meyer und den Torwart Hendrik Glade gesehen, die viel Talent mitbringen. Und ich habe Niklas Teschner aus der "Zweiten" geholt, der auf Anhieb in der Liga seine Leistung gebracht hat. Viel Talent hat auch Stefan Lesic, der sich leider verletzt hat.

 

Wo landet der VfL am Saisonende?

Ziel ist ein einstelliger Tabellenplatz. Was darüber hinaus geht, muss die Rückrunde zeigen. Wir sind jedenfalls auf dem richtigen Weg.

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Zur Person

Thomas Rabe ist Jahrgang 1958, gelernter Energieanlagen-Elektroniker und arbeitet als Betriebsrat bei DB-Energie. Rabe spielte einst Fußball beim SV Rönneburg, HSC und HTB. Mit 30 musste er wegen eines Kreuzbandrisses seine Spielerkarriere beenden. Dann begann er seine Trainerkarriere bei Viktoria Harburg. Weitere Stationen: Bostelbek und Neuland. Mit dem TSV stieg er 2006 in die Bezirksliga und 2007 in die Landesliga auf. Seit 1. Juli ist Rabe beim Bezirksligisten VfL Jesteburg, mit dem gleich die ersten vier Spiele gewann. Rabe wohnt in Maschen. Sein Sohn Tim-Niklas spielt bei Rabes Ligakonkurrent VfL Maschen.