SGH Rosengarten-Buchholz
Die "Luchse" vor Leipzig
Tatort Nenndorf, Rosengartenhalle. Es ist Sonnabend, der 15. Mai. Sektspritzer, Bauchklatscher, Trommelwirbel und eine La-Ola-Welle. Ein Traum ist wahr geworden. Die SGH Rosengarten hat nach nur zwei Jahren in der 2. Bundesliga Nord den Bundesliga-Aufstieg geschafft.
Buchholz. Am Sonnabend geht es nun endlich los. "Die Luchse vor Leipzig" heißt dann das Motto. Der Aufsteiger, der wegen seiner Werbepartnerschaft mit dem Wildpark Schwarze Berge den Spitznamen "Die Luchse" trägt, muss in der Höhle des Löwen ausgerechnet gegen den scheinbar übermächtigen HC Leipzig antreten. Der HCL ist einer der traditionsreichsten Frauen-Handballvereine Deutschlands und gewann in den vergangenen beiden Jahren die Deutsche Meisterschaft. Wo steht der Aufsteiger, der seit dieser Saison den sperrigen Namen SGH Rosengarten-Buchholz trägt, vor dem Start?
- Der Etat: Kein Problem. Mit den Stadtwerken Buchholz, der Sparkasse Harburg-Buxtehude und Ausrüster Puma hat man einige potente Sponsoren dazu bekommen. Bei den Reisekosten wird es keine Veränderungen geben. In der Regel reist die Mannschaft per Bus am Spieltag an und ab. Nur zu den weiten Auswärtsspielen in Trier, Sindelfingen, Göppingen und Bietigheim wird man sich eine Übernachtung gönnen.
- Der Trainer: Martin Hug ist durch den Aufstieg zum ersten Mal Bundesliga-Trainer. Er strahlt Selbstbewusstsein aus: "Ich habe jetzt einfach richtig Lust auf die Bundesliga!", bleibt aber auch Realist: "Wir müssen uns darauf einstellen, auch mal Misserfolgserlebnisse wegzustecken!"
- Die Mannschaft: Sie ist im Kern zusammen geblieben und scheint eine gute Mischung aus Jung und Alt ergeben zu können. Mit Kateryna Valyushek (SV Garßen) und Bente Maassen (TSV Nord Harrislee) hat man sich nur punktuell verstärkt. Jede Position ist doppelt besetzt. Ob auch doppelt gut, muss die Saison zeigen.
- Faktor Erfahrung: Da man in der höchsten deutschen Spielklasse absoluter Neuling ist, muss man hier Abstriche machen. Andererseits stehen mit Turid Arndt und Melanie Schliecker (beide Deutschland) und Natascha Kotenko (Ukraine) auch einige gestandene Nationalspielerinnen im Team.
- Die Spielstätte: Sie ist die größte Baustelle, und das darf man fast wörtlich nehmen. Die Nordheidehalle ist zwar chic und neu, hat aber Planungsfehler. Es gibt dort zum Beispiel nur zwei Umkleidekabinen und einige Plätze sind wegen Sichtbehinderung bei voller Halle unbenutzbar.
- Der Spielmodus: Die Bundesliga wird weiter mit einem Zwölfer-Feld spielen. Nach den 22 Punktspielen qualifizieren sich die ersten Acht für die Play-Offs. Die spielen in Viertel-, Halb- und Finale den Deutschen Meister aus. Der Neunte und Zehnte bleiben drin. Der Elfte und Zwölfte steigen am Saisonende ab. Am 20. November kommt es in Buchholz zum Derby gegen Buxtehude.
