"Hanni" Meier
"Keine Extrawürste für Stars!"
Seit dem 1. Juli 2009 ist Heinz-Werner Meier, im Landkreis-Fußball nur unter seinem Spitznamen "Hanni" bekannt, Trainer des Kreisligisten TSV Elstorf. Meier übernahm damals ein schweres Erbe. Der TSV war als Mitfavorit in die Bezirksliga-Saison 2008/09 gestartet, hatte dort jedoch die Erwartungen verfehlt und war sofort wieder abgestiegen.
Meier schaffte es innerhalb kürzester Zeit, die Elstorfer wieder aufzurichten. Im Frühjahr 2010 wurde er mit dem TSV Kreisliga-Dritter und holte zudem den Kreispokal. Dieses Jahr hatten die Grün-Weißen einen guten Start, holten dabei zehn Punkte aus den ersten fünf Saisonspielen - einen davon gestern beim 3:3 gegen den MTV Hanstedt.
Die HAN wollten von "Hanni" Meier wissen, wie man als Trainer den schwierigen Spagat zwischen jungen und alten Spielern hinbekommt und wie die Perspektiven in Elstorf sind.
HAN: Wie sieht eine gesunde und erfolgreiche Altersmischung in einer Fußball-Mannschaft aus?
Meier: Als ich nach Elstorf gekommen bin, war klar, dass ich einen Schnitt machen musste. Das bekommst du nur hin, wenn du brutal auf die Jugend setzt. Wir hatten zum Glück eine starke A-Jugend, sodass wir das ohne große Leistungsverluste hinbekommen haben.
Wie bekommt man das so schnell hin?
Da musst du konsequent sein. Bei uns gibt es keine Extrawürste für Stars. Das Wichtigste: Du musst Vertrauen schenken. Die jungen Leute müssen wissen, dass sie auch nach Fehlern wieder ran dürfen.
Ist die heutige Jugend so bissig wie früher?
Ich kann es nicht mehr hören, wenn man sagt "Früher war alles besser!" Früher gab es auch nur einen Toten in der Woche, und das war im ZDF-Krimi "Der Kommissar". Heute ist doch Massaker auf allen Kanälen. Früher war eben nicht alles besser. Die Trainingsbedingungen sind doch heutzutage viel besser! Faule und Fleißige hat es immer gegeben. Es ist Aufgabe eines Trainers, aus den Spielern Leistung heraus zu kitzeln.
Wie schafft man es, Talente in den eigenen Reihen zu halten? Zuletzt hat der Hamburger Landesligist FC Süderelbe Jonas Lancker und Finn Scheibner weggeholt.
Das bewerte ich nicht über. Ich glaube, dass die beiden eher die Landesliga gereizt hat. Wenn wir so weiter machen, können wir in naher Zukunft sportlich Ähnliches bieten. Und bei den Trainingsbedingungen sind wir doch jetzt schon besser aufgestellt. Ich erwarte eher, dass in nächster Zeit für Spieler aus der Region Elstorf attraktiver als Süderelbe sein wird.
Hat Elstorf ein schwieriges Umfeld? Als Lothar Dittmer vor zwei Jahren entlassen wurde, gab es Gerüchte, dass die Sponsoren dabei mitgewirkt hätten.
Das kann ich nicht bestätigen. Alles steht und fällt mit dem Erfolg. Mir hat hier noch keiner reingeredet. In Elstorf haben wir hervorragende Bedingungen für die nächsten Jahre. Ich finde es legitim, wenn das Umfeld Leistung sehen will. Im Übrigen lasse ich auf Lothar nichts kommen. Der hat damals den Verein nach oben gebracht und eine Super-Aufbauarbeit geleistet.
Was macht eigentlich Ihr Sohn Bennet, mit dem Sie vor zwei Jahren bei Holvede zusammen gespielt haben und in die Bezirksliga aufgestiegen sind?
Er ist gerade bei mir ausgezogen und greift beim Ligarivalen Holvede an. Ich freue mich schon auf das "Meier-Derby" zwischen Elstorf und Holvede am 19. September.
