Fußballgewalt
"Katastrophe für den Fußball"
Die Situation auf den Hamburger Amateur-Fußballplätzen ist beängstigend. Beispiel vergangenes Wochenende: Beim Spiel der Kreisklasse II zwischen Dynamo Hamburg und SV Vehdat gab es bei einer Massenschlägerei auf dem Platz zwischen Spielern, Ersatzspielern und Zuschauern drei Verletzte - Spielabbruch.
Veddel/Jesteburg. Auch die Kreisklassen-Partie zwischen den Reserven von Einigkeit Wilhelmsburg und Rönneburg musste aus ähnlichen Gründen vorzeitig beendet werden. Bei der Landesliga-Begegnung des VfL Pinneberg gegen Camlica Genclik befürchteten die Gastgeber Ausschreitungen und forderten Polizeikräfte an. Es blieb im Beisein von vier Beamten ruhig.
Nach HAN-Informationen soll es im Stadtfußball an allen sechs Spieltagen der laufenden Saison aufgrund von ähnlichen Keilereien zu Abbrüchen gekommen sein. Der Vorfall, der am Sonntag zum Polizeieinsatz auf der Veddel führte, ereignete sich auf dem Sportplatz an der Slomanstraße: Bis zur 54. Minute war das Duell zwischen Dynamo und Vahdet nach Ansicht beider Lager ein faires Kreisklassenspiel. Doch dann foulte Sefik Düsgün (Vahdet) den Dynamo-Akteur Cihat Özcelek. Als "normales Foul" wertete Vahdet-Trainer Ayetullah Celik diese Aktion. Dem kann Olaf Block, 1. Vorsitzender bei Dynamo, nicht folgen: "Das war aggressiv von hinten in die Beine getreten." Der folgende Zwist zwischen den Beteiligten beschreiben Celik und Block unterschiedlich - Fakt ist, dass Ersatzleute und Anhänger der Gastmannschaft, so bestätigte es die Polizei, das Feld stürmten. "Um die Streithähne voneinander zu trennen", so Vahdets Trainer Celik.
Beide Seiten bedauern den Abbruch mit verletzten und eingeschüchterten Freizeitsportlern. "Ich habe immer gedacht, dass so was bei Dynamo nie passiert. Einige unserer Spieler haben geweint", berichtet Olaf Block. Er und Vahdet-Coach Celik sind sich einig: "Diese Gewalt gehört nicht auf den Fußballplatz." So denken auch weitere Vertreter des Fußballs aus Harburg Stadt und Land: Diese Vorkommnisse sind aus Sicht von Mirco Steinberg, Obmann des Bezirksligisten VfL Jesteburg, eine "absolute Katastrophe". Seine "Rüsselkäfer" spielten in der Vergangenheit gegen die berüchtigte kurdische Skandaltruppe Dicle Celle. Eine Mitschuld gibt Steinberg den Ansetzern des Nachbarverbandes: "Man sollte verfeindete Bevölkerungsgruppen nicht in derselben Staffel ansetzen." Weitere Stimmen:
