Mittendrin im Abenteuer Bundesliga

Sie ist mittendrin im Abenteuer Frauen-Handball-Bundesliga, die Mannschaft der SGH Rosengarten/Buchholz. Der Aufsteiger wird es laut Experten schwer haben, die Klasse zu halten, nachdem in den vier Jahren zuvor unter Cheftrainer Martin Hug von Erfolg zu Erfolg geeilt wurde. Über die Psychologie des Umgangs mit den zu erwartenden Niederlagen und das gesteigerte Interesse an den Handball-Frauen und seiner Person sprachen die HAN mit dem 46 Jahre alten Coach.
Martin Hug

Cheftrainer der SGH (Spielgemeinschaft Handball) Rosengarten/Buchholz: Martin Hug.

HAN: Herr Hug, wie schwer ist es für Sie und Ihr Team zu verlieren?

Martin Hug: Es ist ja in der Vergangenheit nicht so gewesen, dass wir nicht verloren hätten. Aber Niederlagen in Serie, das ist neu und muss von uns gelernt werden. Die Mannschaft kennt es nicht und ich aus eigener Erfahrung auch nicht. Wichtig ist, dass man es in den Besprechungen immer wieder thematisiert.

 

In anderen Sportarten wie zum Beispiel dem Fußball finden es etablierte Klubs unangenehm, früh in der Saison gegen einen euphorisierten Liganeuling zu spielen. Spekulieren Sie auf diesen Effekt?

Das funktioniert nicht. Ich habe es zum Beispiel im Handball-Pokal noch nicht erlebt, dass ein Regionalligist einen Bundesligisten besiegt. Die Unterschiede sind zu groß. Wir haben in Leipzig gemerkt, dass wir größte Defizite im körperlichen Bereich haben. Für uns gilt, teilziel-orientiert zu arbeiten, diese Teilziele vor jeder Partie neu zu definieren und zu versuchen, beim nächsten Mal besser zu sein.

 

Ist das auch ein Versprechen an das eigene Publikum?

Ich würde gerne versprechen, dass wir uns immer verbessern. Unser Publikum soll den Eindruck vermittelt bekommen, dass da in jedem Spiel eine intakte Mannschaft in der Halle steht.

 

Ein weiterer Aspekt des Erstliga-Aufstiegs ist die Steigerung des medialen Interesses an der SGH. Irritiert Sie das oder genießen Sie diesen Umstand?

Man wird immer mit verschiedenen Personen von vielen einzelnen Medienorganen konfrontiert. Damit tue ich mich schwer: Insofern: Genuss ist es nicht, ich weiß aber, dass es dazu gehört. Genuss sind eher andere Umstände des Aufstiegs, etwa vor 2200 Menschen in Leipzig einzulaufen - das war ein Erlebnis für mein Team und mich.

 

Im Rückblick: Ist das alles mit dem Bundesligaaufstieg zu schnell gegangen?

Das war fast zu schnell. Immerhin haben wir in meinem Anfangsjahr als Trainer auf den Aufstieg von der Regionalliga in die Zweite Liga verzichtet. Doch von Vereinsseite haben wir eingesehen, dass wir mit dem sportlichen Erfolg mitwachsen müssen. Ganz wichtig dabei: Wir haben uns dafür entschieden.

 

Aber Sie fühlen sich in der Sportstadt Buchholz gut aufgenommen?

Absolut. Wir sind warm und offenherzig empfangen worden, trainieren drei von vier Trainingseinheiten in der Stadt. Ich für meinen Teil kann nur ja sagen, und bei meiner Mannschaft habe ich auch das Gefühl.

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Heimdebüt missglückt

28:36-Heimniederlage der SGH Rosengarten/Buchholz gegen die HSG Blomberg-Lippe am zweiten Spieltag der Frauen-Handball-Bundesliga - Cheftrainer Martin Hug konstatierte: "Wir haben besser mitgehalten als erwartet." Knackpunkt sei eine Phase um die 50. Minute herum gewesen, in der die "Luchse" mit 24:26-Toren zurücklagen und eine Überzahl trotz hochkarätiger Chancen nicht nutzen konnten, um dann in der Folge doch noch einzubrechen. Am Mittwoch trifft Hugs Team auf den mehrfachen Asienmeister Südkorea in der Nordheidehalle (19:30 Uhr): "Das ist ein größeres Erlebnis als die Bundesliga", meint Martin Hug, der alle Kadermitglieder spielen lassen möchte. Drei Tage später am Sonnabend (Nordheidehalle, 19 Uhr) kommt es zum Duell der bisher punktlosen Teams der SGH und des HC Frankfurt/Oder. (js)