LG HNF
100-km-Lauf ohne DM-Status
Es sollte der krönende Abschuss zweier vorbildlicher Funktionärskarrieren werden: eine DM im Rahmen des 100-Kilometer-Laufs, den die Leichtathletik-Gemeinschaft Hausbruch-Neugraben-Fischbek (LG HNF) am 19. Juni im Hamburger Süden ausrichten wollte. Der DM-Traum ist geplatzt.
Neugraben. Gestern gab der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) bekannt, dass die Deutschen Meisterschaften der 100-km-Läufer nicht zwischen Hausbruch und Neugraben ausgetragen werden. Die Wahl der DLV-Funktionäre fiel auf Jüterbog. Das liegt nicht etwa in Dänemark, sondern im tiefsten Brandenburg. Für Mark und André Schepanski ist diese DLV-Entscheidung auch eine persönliche Enttäuschung. Sie werden sich nach 20 Jahren aus allen Ehrenämtern und Funktionen bei der LG HNF zurückziehen (die HAN berichteten) und wollten mit der Ausrichtung der DM im 100-km-Lauf ihren Nachfolgern ein veritables Abschiedsgeschenk machen. Daraus wird nun nichts. Die Laufveranstaltung findet zwar wie geplant am 19. Juni auf der B73 statt, aber die DM-Titel werden bereits am 30. April in Brandenburg vergeben.
Mark Schepanski kann die Entscheidung des DLV nicht nachvollziehen: "Das ist eine machtpolitische Geschichte. Der DLV hat einen neuen Ultra-Marathonlauf-Beauftragten, und der hat aufgrund persönlicher Kontakte für Jüterbog plädiert. Der Termin ist bei den Läufern auch schon heiß diskutiert. Nach dem langen Winter fragen sie sich, ob die Vorbereitungszeit bis Ende April ausreicht." Absagen aufgrund des DM-Termins fürchtet Schepanski aber nicht: "Da liegen sieben Wochen dazwischen. Das reicht. Im September findet die WM statt und unser Lauf gehört zur Vorbereitung dazu." Dem Verband sei auch die Möglichkeit, bei der LG HNF als Staffel zu starten, ein Dorn im Auge gewesen: "Das war denen zuviel Breitensport."
Schepanski sieht aber auch Vorteile: "Ohne DM müssen wir auf keine auswärtigen Sponsoren Rücksicht nehmen und keine Dopingkontrollen durchführen. Das ist ja auch sehr aufwendig."
Überrascht, aber durchaus kämpferisch zeigte sich der frisch bestätigte Präsident des Hamburger Leichtathletik-Verbands, Wolfgang Müller-Kallweit aus Hausbruch, über die Entscheidung der Landesverbände pro Jüterbog und gegen Hamburg. "Das ist ausgesprochen bedauerlich. Aber wir werden uns trotzdem mit der Bitte an die LG HNF richten, im Jahre 2013 sich wieder für eine DM zu bewerben. Der HLV steht hierfür in jedem Fall parat", sagte Müller-Kallweit den HAN gestern. Man müsse das eindeutige Votum der Landesverbände akzeptieren und den Brandenburgern "fair gratulieren".
