Quälen für den Erfolg

Bloß nicht hängen lassen

Schon der bloße Anblick seiner Hände schmerzt. Dicke Schwielen in der Hand-innenfläche, Narben an den Fingern. Entstanden immer dann, wenn die Haut nach zu großer Belastung aufplatzte. Für den Buchholzer Turner Alexander Vogt gehört das dazu. "Zu Blessuren kommt es häufig, wenn ich mal länger mit dem Training ausgesetzt habe und dann wieder mehrere Tage am Stück trainiere. Dann bekomme ich Blasen an den Händen, wenn ich zum Beispiel eine Stunde am Reck durchturne", sagt Vogt.
Turner

Quält sich für den Erfolg: der Buchholzer Alexander Vogt.

Buchholz. Es sind nicht nur die Verletzungen, die seinen Sport zu einem der härtesten überhaupt machen. Vogt ist Leistungsturner beim TSV Buchholz 08. "Wer in diesem Sport Erfolg haben will, der muss bereit sein, sich zu schinden", sagt Vogt ernst. Und er meint es auch so. Für den 24-jährigen Lehramtsstudenten (Sport und Geografie) bedeutet das: Trainingsqual gehört zum Alltag. Bis zu fünfmal die Woche stehen für ihn Übungseinheiten auf dem Programm. Außerdem geht es einmal die Woche ins Fitnessstudio. Schon das normale Training hat es in sich.

Die Dehnübungen beim Aufwärmen treiben ihm bereits Schweißperlen auf die Stirn. Akrobatik pur, jeder einzelne Muskel wird gestreckt, jede Sehne gedehnt. Erst nach 30 Minuten geht es an die Geräte. Jeweils 40 Minuten Reck, 40 Minuten Barren, 40 Minuten Ringe. Kraftübungen am Ende runden das Programm ab. Drei Durchgänge mit Zehner-Serien an Klimmzügen, 40 Liegestütze am Stück. Besonders das Programm an den Ringen geht an die Substanz.

Bei den Kreuzhängen, bei denen die Arme seitlich abgestreckt den Körper halten müssen, schießt Vogt bei der Anstrengung das Blut in den Kopf, treten Adern am Hals und an der Schläfe fingerdick hervor. "Die Übung ist die Hölle, aber sie gehört eben dazu. An den Geräten muss alles später perfekt sein", sagt Vogt.

Der Lohn seiner Schinderei? Vogt turnte sich in die 1. Bundesliga, gehört in Norddeutschland zu den absoluten Topturnern. Eigentlich ein Wunder, dass er von schweren Verletzungen nahezu verschont wurde. Als Jugendlicher kugelte er sich einmal den Ellenbogen aus, vor zwei Jahren plagten ihn starke Rückenschmerzen. Über ein Jahr bekam er Spritzen, dann erst konnte er wieder beschwerdefrei an Ringen und Reck turnen. Tauschen aber möchte er mit keinem anderen Sportler.

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HAN-Serie

Quälen für den Erfolg - wer erfolgreich in seiner Sportart sein will, der muss im Training über die Schmerzgrenze hinausgehen, viel Schweiß vergießen. Die HAN stellen in loser Folge Sportler aus Harburg Stadt und Land vor, die einfach mehr für den großen Durchbruch in der täglichen Trainingsarbeit investieren. Heute im Fokus: der Kunstturner Alexander Vogt aus Buchholz.