Tanzen
Formation in Bestform
"Wir wollen in die 2. Bundesliga aufsteigen." Am Ziel für die A-Formation der Lateintänzer in dieser Saison lässt Hansgeorg von Thun, Obmann des Tanzsportkreises (TSK) Buchholz, keinen Zweifel. Nachdem dies im Vorjahr um eine Wertungsstimme verpasst wurde, soll es jetzt klappen. Die Chancen stehen gut. Das Team blieb nahezu unverändert zusammen.
Buchholz. Die HAN beantworten vor dem Regionalliga-Start (14. Januar in Bremen) die wichtigsten Fragen zum "A-Team":
Das Team: Die meisten aus der 25er-Mannschaft (25 deshalb, weil einige Positionen mehrfach besetzt sind, um bei Verletzungen gewappnet zu sein) stammen aus Buchholz und Umgebung. Hauptverantwortlicher Trainer ist Uwe Oentrich. Das jüngste Teammitglied ist 17 Jahre alt, die Ältesten sind Björn Poll (39) und Team-Kapitän Gordon Beracz (37).
Der Aufstiegsmodus: Das Team muss in der Neuner-Liga nach fünf Turnieren Erster oder Zweiter sein. Dann wäre die Qualifikation für das Aufstiegsturnier am 19. Mai geschafft. Ort der Entscheidung ist die Nordheidehalle, so bestimmte es der Ligaausschuss. Das Heimteam muss unter den sechs Startern mindestens Platz 2 belegen. Dann ist die 2. Bundesliga erreicht. Von Thun: "Wir haben ein enthusiastisches Publikum, wollen unseren Heimvorteil nutzen."
Der Turniertag: Dieser kann bis zu 17 Stunden dauern. Es kommt vor, dass die Buchholzer schon ab 5 Uhr im Bus sitzen. Dort beginnt bereits das Schminken. In der Turnierhalle haben die teilnehmenden Formationen nacheinander jeweils eine Viertelstunde Zeit, die Gegebenheiten im Stellprobenplan kennenzulernen. Orientierungspunkte werden gesucht, einige Durchgänge ohne Musik durchgetanzt. Dann wird sich umgezogen und aufgewärmt. Raus geht’s auf das Parkett, Vorrunde, Finale. Zweimal müssen die Tänzer ran. Die Auftritte dauern sechs bis sieben Minuten. "Die meisten von uns fallen um 22 Uhr nur noch ins Bett", berichtet Obmann von Thun.
Die Choreografie: Die Choreografie "Furacao" (Hurrikan), in der die fünf Einzelelemente Paso Doble, Jive, Cha Cha Cha, Rumba und Samba erkennbar sein müssen, ist nach Angaben von Thuns musikalisch verbessert, schneller und schwieriger geworden. So haben die Schrittfolgen an Tempo zugelegt, was wiederum die Synchronität erschwert. Die Musik wird extra von Studiomusikern aus München mit dem Produzenten Michael Högl eingespielt. "X Factor"-Teilnehmer Rufus Martin singt.
Das Budget: Nur für das A-Team bei geschätzten 50 000 Euro. Die Choreografie kostet allein 10 000 bis 15 000 Euro. Dazu kommen Kosten für Outfit, Schminke, Trainingscamps, Busreisen und Startgebühren.
Die Kleidung: Die Buchholzer A-Formation bekommt Sonderanfertigungen - Kosten etwa 7000 bis 8000 Euro - von der Bremer Schneiderin Sibilla Becker. Sie schneiderte schon für den Grün-Gold-Club Bremen (Titelträger bei WM, EM und DM) und gilt als Perfektionistin. So sollen die Buchholzer Männer bis zum Ligaauftakt noch mehr Strass an die Hemden bekommen.
