Radsport

Großer Preis vor Totalschaden

Eine Woche hat Udo Krapf noch Zeit. Am kommenden Dienstag entscheidet sich die Zukunft des Großen Preises von Buchholz. Schafft es der Gründervater der Radsportveranstaltung nicht, einen potenziellen Großsponsor zu einem Engagement zu bewegen, droht dem erstmals 1989 ausgetragenen Rennen das endgültige Aus.
Großer Preis

Kein Radsport am Himmelfahrtstag in Buchholz? Die Finanzierung ist noch nicht gesichert.

Buchholz. Große Hoffnung hat der 66 Jahre alte Macher der Radsportabteilung bei Blau-Weiss Buchholz aber nicht. "Das Gespräch muss schon sehr, sehr gut laufen." Um die Veranstaltung am Himmelfahrtstag (der Termin am 17. Mai ist bei der Stadt reserviert) nach der Absage im vergangenen Jahr auf die Straße bringen zu können, rechnet Krapf mit einem Mindestetat von 50 000 Euro.

Von dieser Summe ist er aber noch weit entfernt. Noch nicht einmal die 40 000 Euro, die sich die Organisatoren als Ziel für den Jahresbeginn gesetzt hatten, sind beisammen. Krapf: "Da fehlt noch einiges."

Die Geldgeber bleiben dem Großen Preis zwar treu, doch das finanzielle Engagement wird allerorten zurückgefahren. Das betrifft sowohl die Großsponsoren als auch die Kleinspender, die den Großen Preis mit Spenden von 100 bis 1000 Euro unterstützen.

Der Werbegeld-Kuchen werde auch in Buchholz immer kleiner. Der gemeinsam von Blau-Weiss und TSV Buchholz 08 ausgerichtete Stadtlauf braucht ebenso seine Geldgeber wie die Zweitliga-Handballerinnen der SGH Rosengarten-Buchholz. Krapf: "Jede weitere Veranstaltung schmälert das Budget." Allerdings könne es auch nicht sein, dass es in Buchholz nur eine Großveranstaltung gibt.

Auch das Image-Problem des Radsports, der in der Vergangenheit immer wieder durch Doping-Fälle von sich reden gemacht hatte, machen die Verhandlungen mit Geldgebern schwierig. Krapf: "Dabei gibt es gerade in Deutschland eine saubere, junge Generation mit Fahrern wie Tony Martin, André Greipel und Marcel Kittel."

Bis zu 500 Aktive waren in der Vergangenheit beim Großen Preis von Buchholz, der 2010 letztmals ausgetragen wurde, am Start. Die Veranstaltung eine Nummer kleiner aufzuziehen, ist für Krapf keine Option: "Ohne die Topleute ist die Aufmerksamkeit nicht da." Und die Topleute kosten Geld. Die erste Garde bekommt Antrittsgagen, die zweite wird mit Zuschüssen zu den Anreise- und Übernachtungskosten nach Buchholz gelockt.

Schafft er es nicht, das fehlende Geld aufzutreiben ist der Große Preis von Buchholz endgültig tot. Eine Woche hat Udo Krapf noch Zeit.

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Stars am Start

In den bislang 21 Auflagen des Großen Preises waren laut Udo Krapf elf Olympiasieger, 35 Weltmeister und mehr als 135 nationale Meister in Buchholz am Start. Zu den prominentesten Teilnehmern der jüngeren Vergangenheit gehören der Deutsche "Ausreißerkönig" Jens Voigt sowie die Brüder Fränk und Andy Schleck aus Luxemburg.