Andreas Toba
Auf dem Sprung nach London
Kraftvoll läuft Andreas Toba an. Er springt ab, macht eine Radwende auf dem Tisch, schließt einen Salto und drei Schrauben an. Dann versinkt er in der Schnitzelgrube. Kasamatsu heißt der Sprung, der den 21-jährigen Hannoveraner zu den Olympischen Spielen bringen soll.
Buchholz. Und der Weg nach London führt über die Kunstturn-Arena in der Buchholzer Nordheidehalle. "Die Bedingungen hier sind super", sagt der Sportsoldat. 25 Meter Anlauf und die mit Schaumstoffbrocken gefüllte Grube sorgen für optimale Bedingungen. Toba kann ein Gefühl für den Sprung ("Ich brauche sehr viel Höhe") entwickeln, ohne sich um die Landung Gedanken machen zu müssen.
Bei der WM im vergangenen Jahr in Tokio war der 1,72 Meter große und 66 Kilogramm schwere Modellathlet Ersatzmann. Das soll ihm in London nicht passieren. Der Kasamatsu soll ihn ins Team bringen. "Wenn der Sprung sitzt, ist Andreas zu 95 Prozent in London dabei", sagt Tobas Coach Reinhard Rückriem, der das Training mit Hein Nowoisky, dem Spezialisten für biomechanische Analysen am Olympia-Stützpunkt Hannover, begleitet.
Die Rechnung für den Start bei den Sommerspielen ist einfach. Mit einem Ausgangswert von 7,0 (Höchstwert ist 7,4) ist Tobas Sprung der schwerste, den ein deutscher Turner im Programm hat. Und als bester Springer ist dem Hannoveraner ein Platz in der Olympia-Riege kaum zu nehmen. An den übrigen Geräten hat Deutschland mit Fabian Hambüchen, Philipp Boy und Marcel Nguyen andere starke Turner.
Für das Ziel Olympia arbeitet Toba hart. Fünfmal in der Woche trainiert er in jeweils dreistündigen Doppelschichten, einmal steht nur eine Einheit an. Nur am Sonntag ist Ruhetag. Die Buchholzer Kunstturn-Arena ist zweimal in der Woche Trainingsort. Damit der Sprung nach London wirklich gelingt.
