Kunstturnen
Hallo Deutschland, wir kommen!
Gerade einmal vier Jahre ist es her, dass in der Buchholzer Nordheidehalle das Schild mit der Aufschrift Turntalentschule angebracht wurde. "Damals waren wir auf Landesebene bekannt", sagt Leiterin Susanne Tidecks. Durch die Kunstturnarena mit ihren feststehenden Geräten und der mit Schaumstoff gefüllten Schnitzelgrube, die gefahrlose Landungen nach schwierigen Sprüngen erlaubt, haben die Turnerinnen des TSV Buchholz 08 die nächste Stufe gezündet.
Buchholz. Längst haben die Turnerinnen bundesweit auf sich aufmerksam gemacht. Das beweist vor allem Johanna Blumenberg. Die Zehnjährige ist von Bundestrainerin Ulla Koch in den Nachwuchs-Bundeskader aufgenommen worden. Damit gehört sie zu den 25 besten Turnerinnen ihrer Altersklasse in ganz Deutschland. Fünf- bis sechsmal in der Woche trainiert Johanna. Tidecks: "Zweimal fährt sie ins Leistungszentrum nach Hannover. Ansonsten übt sie in Buchholz."
Nach Blumenberg reifen schon die nächsten 08-Talente heran. Auch Naja Penther (11), Jennifer Preis (10) und Anuschka Maltzan (9) traut Susanne Tidecks den Sprung in den Nationalkader zu. Das Quartett soll langfristig auch die Buchholzer Mannschaft, die als Startgemeinschaft mit Bremerhaven in dieser Saison erstmals in der Regionalliga startet, in neue Höhen führen. Das aber hat Zeit: "Wir wollen uns mit der Mannschaft in der Regionalliga etablieren. Dann kommt der nächste Schritt", sagt Tidecks. Die Buchholzer Stammkräfte in der Regionalliga sind Sarah Kleinknecht, Maria Heitmann und Leona Braukmeier.
Tidecks bedauert, dass Johanna Blumenberg für den Start bei der DM im Juni (siehe Kasten) ein Jahr zu jung ist. "Aber Naja könnte sich vielleicht qualifizieren. Ein Eigengewächs bei einer Deutschen Meisterschaft am Start zu haben, wäre schon ein tolle Sache."
Am Ende der Entwicklung sieht die 46-Jährige das Projekt Kunstturnen in Buchholz noch lange nicht. Tidecks: "Wir würden uns gern von der Turntalentschule zum Turnzentrum weiterentwickeln." Dafür müsste ein 14x14 Meter große Bodenfläche fest installiert werden. Die gibt es zwar schon, doch der Aufbau dauert mit acht Helfern gut zwei Stunden und blockiert dann die Ausübung anderer Sportarten in der Nordheidehalle.
Die Lösung wäre ein Anbau, in dem die Fläche ständig liegen könnte. Tidecks: "Das ist unser großer Traum." Aber vielleicht ist er ja erfüllt, wenn in Buchholz in vier Jahren einmal mehr Zwischenbilanz gezogen wird.
