Schachfreunde Horst-Maschen

Spiel ohne Dame

Die Dame ist die beweglichste und stärkste Figur im Schachspiel. Doch die Schachfreunde Horst-Maschen spielen ohne Dame. Nicht auf dem Schachbrett - dafür aber innerhalb des Vereins. Und das möchte der mit zehn Mitgliedern zu den kleinsten Vereinen im Landkreis Harburg zählende Klub möglichst schnell ändern.
Schachverein

Diese Jungs brauchen Unterstützung: Thomas Sluschny (Von links), Gunnar Breitsprecher, Marcus Wulf und Constantin Wahl zeigen auf die umgefallene Dame.

Maschen. Aber das ist leichter gesagt als getan. Denn Schachvereine haben ein großes Nachwuchsproblem - wie alle Einrichtungen, die aus der Tradition heraus entstanden sind. Zum einen ist das Freizeitangebot nicht nur für Jugendliche in den vergangenen Jahren ins Unermessliche gestiegen. Zum anderen kann man Schach heute auch am Computer spielen. Und dann ist da natürlich noch das angestaubte Image eines Schach-Vereins. Wer denkt da nicht an verrauchte Kneipen-Hinterzimmer, in denen sich ältere Herrschaften wortlos gegenüber sitzen und nur auf das Schachbrett mit 64 Feldern und 32 Figuren schauen.

Bei den Schachfreunden Horst-Maschen ist alles anders. Zwar treffen sie auch im Klubraum eines Gasthauses. Doch wenn überhaupt, rauchen dort nur die Köpfe - und man spricht miteinander. "Wir tauschen uns aus, beraten, führen gerade jüngere Spieler an schwierige Züge heran", sagt der Vorsitzende Marcus Wulf. Der 42-Jährige aus Maschen hat die Führung des Verein, dem er seit 1992 angehört, vor neun Jahren übernommen. Und damit auch ein schweres Erbe. Bereits 1948 wurden die Schachfreunde als Verein eingetragen, hatten zu Spitzenzeiten in den 60er- und 70er-Jahren bis zu 50 Mitglieder. Daran kann sich Gunnar Breitsprecher (76) aus Meckelfeld noch gut erinnern: "Damals hatten wir sogar zwei und drei Mannschaften im Turnierbetrieb angemeldet." Das letzte Team der Schachfreunde wurde vor einem Jahr aus der Kreisklasse zurückgezogen. "Wir hatten einfach zu wenig Spieler."

Damit sich das ändert, wollen die Schachfreunde nun in die Offensive gehen. "Dieser Denksport, der viel Gespür für Strategie erfordert, hat Zukunft. Wir müssen nur mehr auf ihn aufmerksam machen", sagt Wulf. Deshalb bastelt der Verein bereits an einer Homepage im Internet. Schließlich hat auch Neumitglied Thomas Sluschny (43), der seit Januar dabei ist, zunächst einmal über das Internet versucht, einen Schachklub in der Nähe seines Wohnortes in Maschen zu finden.

Diese Probleme hatte Constantin Wahl aus Horst nicht. Der 18-jährige frisch gebackene Abiturient am Gymnasium Meckelfeld ist bereits seit 2004 dabei - angestoßen durch eine Schach AG an seiner Schule. Auch er wünscht sich mehr Gegner und Damen in seiner Umgebung. Denn: "Schach macht einfach Spaß."

Kontakt zum Verein unter Telefon 0 41 05/8 29 31 (Marcus Wulf). Erwachsene zahlen 50 Euro Beitrag im Jahr, Jugendliche sind mit zwölf Euro dabei. Immer montags treffen sich die Schachfreunde in Meyers Gasthaus in Maschen, Alte Bahnhofstraße 19, um 19.30 Uhr.