Lüneburger Heide

Herr über 225 Gebäude

"Die alten Bauwerke haben eine enorme Ausstrahlung. Sie prägen die Landschaft und vermitteln einen spannenden Einblick in die Heidebauernwirtschaft, wie sie noch vor 100 Jahren üblich war", sagt Steffen Albers. Als Fachbereichsleiter ist der 43-Jährige für die Unterhaltung und Sanierung der insgesamt 225 Gebäude der Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide rund um den Wilseder Berg zuständig.
Steffen Albers, VNP, Heide, Fachwerkhäuser, Sanierung

Steffen Albers muss sich zur Zeit um die Neueindeckung von sechs Reetdachhäusern kümmern. Werde nicht zügig renoviert, gehe ein Stück Kulturgut unwiderbringlich verloren.

Undeloh/Wilsede. Außer zahlreichen Fachwerkhäusern, dem Heidemuseum "Dat ole Huus" in Wilsede und Gasthäusern gehören auch Schnuckenställe, Treppenspeicher und Bienenzäune dazu. Im Landkreis Harburg kümmert sich Albers unter anderem um das Heide-Erlebniszentrum in Undeloh, das Haus der Natur in Döhle und die Schäferei in Inzmühlen. Allein 92 Häuser sind mit Reet gedeckt - und da beginnt das Problem.

Denn je nach Witterung und Standort hält ein solches Dach 40 bis 60 Jahre. Die Stiftung müsse derzeit sechs große Gebäude neu mit Reet versehen, teilt Albers mit. Der Hillmershof in Wilsede und drei Schafställe seien ebenso betroffen wie ein unter Denkmalschutz stehender ehemaliger Schweinestall auf dem Hof Bockheber. Werde nicht gehandelt, gehe Kulturgut unwiederbringlich verloren, erklärt Albers.

Die Behörden sähen die Notwendigkeit, doch die Mittel seien knapp. Die Stiftung sei daher dringend auf Spenden angewiesen.

Auch am Computer ist Albers sattelfest. So ist er verantwortlich für den Internetauftritt von Stiftung und Verein: "Die Heide hat zu jeder Jahreszeit ihre Reize. Es ist mir eine große Freude, mich für meine Heimat einzusetzen." Steffen Albers hatte zunächst als Koch gearbeitet. Als Vorsitzender des Naturschutzbundes Bispingen hatte er viel mit dem Verein Naturschutzpark Lüneburger Heide zu tun. Als dann vor zehn Jahren eine Stelle für das Gebäudemanagement geschaffen wurde, wechselte Albers in Festanstellung dorthin.

In seiner Freizeit ist er gern in der Natur. Bei Spaziergängen durch die Heide und in seinem 6000 Quadratmeter großen Garten in Bispingen findet Albers Abstand vom Alltag. "Die Arbeit auf dem Grundstück hält sich aber in Grenzen, denn wir haben hier Obstbäume auf einer Wiese, die nur zweimal im Jahr gemäht werden muss", sagt er. Die große Hecke, bestehend aus heimischen Sträuchern, ist Albers’ ganzer Stolz. Mit Ehefrau Annegret und den beiden Töchtern Jacqueline (19) und Christine (18) fühlt er sich in seinem Wohnort rundherum wohl. Kommunalpolitik und Lesen sind weitere Hobbys. Besonders gern greift Albers zu Biografien und Fachbüchern über die Heide, Naturschutz und die Bauernhausforschung.

Infobox

Stiftung Naturschutz

Seit fast 100 Jahre setzt sich der Verein Naturschutzpark (VNP) für die Lüneburger Heide ein. Mit Gründung der Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide im Jahr 2002 hat der VNP die Gedanken der Gründerväter fortgeführt. Ziel ist der Erhalt der Heide-, Moor- und Waldflächen ebenso wie der Baudenkmäler.