Süderelbe-Thaler

Herzblut und Fantasie

Ines Sulzbacher und Manfred Hoffmann erhalten in diesem Jahr die "Süderelbe-Thaler". Der Preis für ehrenamtlichen Einsatz für die Region wird jedes Jahr beim Süderelbe-Empfang des Bezirksamts vergeben. Gastredner des diesjährigen Empfangs in Hausbruch war der grüne Bundestagsabgeordnete Manuel Sarrazin .
Ines Sulzbacher und Manfred Hofmann

Ines Sulzbacher und Manfred Hofmann erhielten den Süderelbe-Thaler für ihr ehrenamtliches Engagement.

Hausbruch. Je mehr sich die öffentliche Verwaltung aus den Belangen einer Region zurückhält oder -zieht, desto mehr ist bürgerliches Engagement gefragt. Die Bürger der Süderelbe-Region wissen das und zeichnen besonders engagierte Bürger einmal im Jahr mit dem "Süderelbe-Thaler" aus.

Ines Sulzbacher und Manfred Hoffmann sind studierte Lehrer, beruflich letztlich aber ganz woanders gelandet. Ines Sulzbacher ist seit drei Jahren Präsidentin der Hausbruch-Neugrabener Turnerschaft (HNT). Dem Präsidium des größten Sportvereins im Bezirk gehört die 66-Jährige seit 17 Jahren an und war auch lange Leiterin der Schwimmabteilung. "Ich hatte begabte Schwimmkinder und eine Turnmaus zu Hause", sagt sie. "So kam ich zur HNT." Am ersten Juni-Wochenende feiert die HNT ihr 100-jähriges Bestehen. Ines Sulzbacher sieht sich nicht allein geehrt: "Mit mir zusammen setzen sich viele HNTer mit Engagement, Herzblut und Fantasie für die Region ein", sagte sie.

Der Neuenfelder Manfred Hoffmann war bis vor acht Jahren vor allem als Kommunalpolitiker bekannt. Lange Zeit war er Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Bezirksversammlung. Geehrt wurde der pensionierte wissenschaftliche Behördenmitarbeiter jedoch für sein Engagement in der Bürgervertretung Neuenfelde-Francop-Cranz. Diese Institution gründete sich 1976, nachdem die Stadt Hamburg ihre Ortsdienststelle im Alten Land geschlossen hatte. "Es ging und geht uns darum, Altländer Themen in Politik und Verwaltung einzubringen und in Erinnerung zu halten", sagt er. Diese regionale Lobby-Arbeit ruhte auf vielen Schultern, doch als erfahrener Politiker war es immer wieder Hoffmann, der Türen, Ohren und Herzen für die Belange der Altländer öffnen konnte. Dabei will er sich diesen Schuh nicht einmal anziehen: "Mir ging es nie um meine Person, sondern immer darum bürgerliches Engagement zu fördern."

Weil auch die Verwaltung sich über ehrenamtliches Entgegenkommen nur freuen kann, übernimmt das Bezirksamt Harburg, seit es kein Ortsamt Süderelbe mehr gibt, die Ausrichtung des dazugehörigen Empfangs. Hier treffen Politiker auf Vertreter von Wirtschaft, Vereinen und Institutionen der Süderelbe-Region. Dabei wird nicht nur die Gelegenheit genutzt, die Region der Politik nahezubringen, sondern die überregionale Politik stellt sich mit bekannten Gastrednern auch vor Ort vor. In diesem Jahr übernahm das Manuel Sarrazin. Der grüne Bundestagsabgeordnete ist leidenschaftlich für die europäische Idee engagiert und verteidigte den Rettungsschirm: "Wenn Nationen wie Griechenland oder Portugal durch die Rettungsschirmauflagen dazu gebracht werden, nach Maßgaben zu wirtschaften, die in weiten Teilen der EU Grundwerte sind, nützt das letztlich allen Europäern", sagte er.