Samsö

Die meisten Sonnenstunden in Dänemark

Samsø - Besser geht’s nicht! Das darf man wörtlich nehmen. Wer mit dem Wagen die Roll-On/Roll-Off-Fähre in Sælvig, dem Fährhafen von Samsø (die Endung "ø" steht im Dänischen für "Insel") verlässt und ein paar Kilometer landeinwärts fährt, findet an der nächsten Kreuzung das Straßenschild "Besser - 2 km".
Samsö, Dänemark, Kattegat, Urlaub, Natur

Es ist immer wieder ein Erlebnis, wenn die Fjordpferde die Herrschaft am Strand von Samsö übernehmen.

Samsø ist eine Insel im Kattegat in Zentraldänemark nördlich von Fünen, 28 Kilometer lang und an der dicksten Stelle sechs Kilometer breit. Sie hat 4010 Einwohner. Eine Insel abseits von Massentourismus und Vergnügungsparks und ideal zum Ausspannen.

Pillemark, Tranebjerg und Österby - obwohl wir nicht in Schweden, sondern bei deren südwestlichen Nachbarn zu Gast sind, hören sich die Namen doch irgendwie wie bei "Ferien auf Saltkrokan" an, und so lieblich, wie sie klingen, sind die Orte auch.

Wer schon immer mal Kutsche fahren wollte, aber sich wegen des dichten Verkehrs in der norddeutschen Tiefebene nicht getraut hat, sollte es mal bei Steen Brorsen (www.samsoetraffiken.de) versuchen. Der hält 21 norwegische Fjordpferde.

Wer sich traut, der kann sich bei Brorsen einen möblierten Westernwagen für eine Woche oder auch länger inklusive Pferde mieten. Wer nicht so viel Zeit hat, kann auch einfach mit Steen eine Kutschfahrt über die Insel machen.

"Der große Klaus" und "Faust" zeigen im Gespann die Geduld von Kaltblütern. Dass bei Pferden mal der Gaul durchgehen kann, muss man bei ihnen nicht befürchten. Schwieriger ist da schon das Einspannen mit den zahlreichen Riemen, Gurten und Lederleinen.

Eine Attraktion auf Samsø ist auch der kauzige Kapitän Niels Bach. Mit ihm kann vom zweiten Samsøer Hafen Kolby Kås an der Westseite eine Kutterfahrt zu Seehundsbänken oder dem Offshore-Windmühlenpark südlich von Samsø unternehmen. "Der Mensch stirbt an Hunger und wird wahnsinnig vor Durst", gibt Niels zu bedenken und bietet einen Griff unter die Bank an. Wer mag, kann sich dort ein importiertes "Bayerisches Kellerbier" nehmen. Niels hat ein Jahr in München und zwei in Regensburg gelebt und liebt Bayern. So weht auch eine kleine Fahne mit hellblauen und weißen Rauten auf seinem Holzkutter.

Bier scheint auf Samsø eine wichtige Rolle zu spielen. Lohnenswert ist auch ein Besuch in der inseleigenen Brauerei "Samsø Bryhus" in Nordy (www.samsoe-bryghus.dk). Stinne Vestergaard braut dort mit ihrer Familie jede Menge leckere Inselbiere.

Samsø gilt als dänische Vorzeigeinsel für Ökologie. Der Grundstein wurde 1994 gelegt, als Samsø einen dänischen Wettbewerb für erneuerbare Energie gewann. Seitdem setzt die Kommune konsequent darauf und hat einen Bürgerverein zur Umsetzung gegründet. Samsø, der Ort mit den meisten Sonnentagen im Königreich Dänemark, ist durch Windkraftanlagen (zum Beispiel einem Offshore-Windpark mit zehn Windrädern), einem Sonnenkraftwerk und Biogasanlagen weitgehend energieunabhängig und exportiert bereits 40 Prozent seiner Energieerzeugung. Um in der Bevölkerung einen hohen Rückhalt zu bekommen, sind zum Beispiel alle 224 Samsøer Haushalte Mitinhaber des Offshore-Windparks.

Wegen der vielen Sonne und des milden Seeklimas gedeiht hier fast alles. Auf der Insel erzählt man sich, dass man auf Samsø die besten Kartoffeln Dänemarks anbaut. Als Königin Margarethe II. kürzlich ihr Thronjubiläum feierte, kamen die Kartoffeln an ihrer Tafel von der Insel Samsø.

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Die Anreise

Die beste Zeit, die Insel zu besuchen, sind die Monate von Mai bis September. Auf die Insel gelangt man mit der dänischen Reederei Nordic Ferry Services von Hou auf Jütland nach Sælvig (Fahrzeit eine Stunde) oder von Kalundborg auf Seeland nach Kolby Kås (eine Stunde und 50 Minuten Fahrzeit). Infos und Buchung unter www.nordic-ferry.com