Rondane/Norwegen
Von der Winternacht inspiriert
Nun ist es wieder so weit: Der Winter hat sein weißes Tuch über Rondane gebreitet. Bis ins Frühjahr hinein wird Norwegens ältester Nationalpark unter einer dicken Schneedecke liegen. Kaum 300 Kilometer nördlich von Oslo gibt es die größte wilde Rentierpopulation des Landes. Hier sagen sich Bär und Luchs Gute Nacht, lauern Wölfe auf Beute, suchen Vielfraße nach Schneehühnern, Vogeleiern, Beeren und Aas.
Die von der Eiszeit geformte Landschaft bildet mit ihren bis über 2000 Meter hohen Gipfeln und seicht ansteigenden Hochebenen eine märchenhafte Kulisse. In Strømbu soll der Sage nach Peer Gynt, der Held aus Henrik Ibsens Theaterstück, von Edvard Grieg meisterhaft vertont, dem Drachen "Bøygen" begegnet sein. Die außerordentliche Schönheit der Landschaft inspirierte schon vor 100 Jahren den Maler Harald Oskar Sohlberg zu seinem romantischen Werk "Winternacht über Rondane", Norwegens Nationalgemälde.
Der "Sohlbergplassen", jene Stelle hoch über dem Seeufer des Atnsjøen, von dem der Künstler auf die "Blauen Berge" geblickt haben muss, ist heute mit aufwendiger Architektur zum Aussichtspunkt gestaltet. Auch das Informationszentrum von Strømbu, einem Knotenpunkt zahlreicher Wanderwege, wartet mit preisgekrönter Betonbaukunst auf.
Wenn der Sommer vorbei ist, ist die Saison in Rondane noch lange nicht vorüber. Jede Jahreszeit birgt hier ihre Reize. Ab Ende Oktober kommen Gäste aus ganz Europa zum Schneeschuhwandern, Skilanglauf, Hundeschlittenfahren und Eisangeln.
Christoph Habert hat es dauerhaft in die Einsamkeit der Hedmark gezogen: Der Frankfurter betreibt mit seiner norwegischen Lebensgefährtin seit einem Dreivierteljahr in Sollia das Anwesen Rondane Gjestegård. Das geräumige Haus beherbergt zehn gemütliche Hotelzimmer. Die grasgedeckten Hütten, die auf dem Grundstück am Flussufer liegen, können mit Hilfe von gusseisernen Öfen mollig warm beheizt werden. Auch Hüttengäste dürfen gern den Restaurantservice in Anspruch nehmen. Cecilie Bjärcke, die Jahrzehnte in Deutschland gelebt hat, vereint das Beste deutscher und norwegischer Kochkunst.
