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Als der in Hannover und in Norden aufgewachsene Wolfgang Opitz im Jahr 1957 seine Ausbildung zum Tanzlehrer in der Harburger Tanzschule Hädrich begann, war das für ihn ein Glücksfall.
Harburg/Fort Lauderdale. Als der in Hannover und in Norden aufgewachsene Wolfgang Opitz im Jahr 1957 seine Ausbildung zum Tanzlehrer in der Harburger Tanzschule Hädrich begann, war das ein Glücksfall für ihn, aber auch für die Tanzschul-Inhaber Traute und Gerd Hädrich. Opitz erwies sich als Naturtalent und wurde bald nicht nur zum Liebling der Tanzschülerinnen aus Harburg Stadt und Land. Er war der Vorzeigeschüler der Ausbildungsklasse, zu der mehrheitlich die Söhne und Töchter von deutschen, österreichischen und schweizerischen Tanzschul-Inhabern gehörten.
Wolfgang Opitz galt schon nach kurzer Zeit als das große Talent im deutschen Tanzsport. Seine erste Partnerin auf dem Parkett und in der Ausbildungsklasse war Renate Raetz, die später mit dem langjährigen Kapitän der Harburger Standard-Formation, Georg Krause, verheiratet war und auch viele Jahre lang in der Formation getanzt hat.
Im Jahr 1962 trat auch die einzige Tochter der Eheleute Hädrich, Evelyn, in die Tanzlehrer-Ausbildungsklasse ein. Rund ein Jahr später war sie mit Wolfgang Opitz verheiratet und im Jahr 1963 wurde Tochter Gaby Opitz (heute Hesse, Mitinhaberin der gleichnamigen Tanzschule in Neugraben) geboren.
Mitte der 1960er-Jahre begann die große Zeit der Harburger Formationsteams. Bis 1975 gewann allein die Standard-Formation, die sowohl von Evelyn und Wolfgang Opitz als auch von Gerd Hädrich trainiert wurde, elf deutsche, acht europäische und zwei Weltmeistertitel. Auch die Harburger Latein-Formation, mit der Opitz 1971 und 1972 auf Amerika- und Südafrika-Tournee ging, gewann viele deutsche und europäische Titel. Mit dem Young-Latin-Team gewannen Evelyn und Wolfgang Opitz 1973 die Vize-Weltmeisterschaft in New York.
Vom großen tanzsportlichen Können von Evelyn und Wolfgang Opitz und Gerd Hädrich profitierten in dieser Zeit auch Ingrid und Werner Führer. Sie tanzten zunächst in der Standard-Formation und später als Einzelpaar. Damals gewannen die Führers, die seit langem in Bendestorf wohnen und nach wie vor als Trainer und Wertungsrichter arbeiten, viele deutsche und internationale Titel in den Standardtänzen - zunächst bei den Amateuren und später bei den Professionals.
Auch heute und im Alterssitz in Fort Lauderdale direkt am Atlantik dreht sich bei Wolfgang Opitz noch (fast) alle um den Tanzsport. Vor einer Woche flog Wolfgang Opitz aus Florida nach Los Angeles - zum Training mit amerikanischen Spitzenpaaren. "Meine Aktivitäten als Halb-Ruheständler bekommen mir sehr gut. Meine Frau genießt es, auch nicht mehr soviel reisen zu müssen. Trotzdem komme ich auch nach 52 Berufsjahren von der Liebe zum Tanzsport und meinem Beruf nicht los", sagt Opitz schmunzelnd und ergänzt: "Ich fliege regelmäßig nach New York und Los Angeles und betreue und trainiere dort Latein- und Standard Spitzenpaare der Profis."
Mit seiner zweiten Frau Hanne lebt Wolfgang Opitz heute in Fort Lauderdale unmittelbar am Atlantik und dem Hafen von Port Everglades. Der Wohnsitz in Düsseldorf wurde verkauft. Opitz: "Meine Liebe zum Meer und den Wunsch, in einem warmen Klima zu leben, haben wir verwirklichen können und genießen es sehr."
So sieht der Arbeitsrhythmus des heute 73-jährigen Tanzsport-Profis aus: Etwa zwei Wochen arbeiten, anschließend zwei Wochen daheim relaxen. Sie erhalten oft Besuch von Tänzern und Trainern wie Andrea und Horst Beer aus Bremerhaven. In Deutschland trainiert Ex-Bundestrainer Opitz noch die deutschen Profimeister Sascha und Natascha Karabey, zu denen er in wenigen Wochen wieder zum Training nach Bad Homburg fliegt. Ebenso ist Opitz regelmäßig im Dezember in Bad Harzburg zur Trainer-Schulung, die er vor 36 Jahren ins Leben gerufen hatte und erst kürzlich an Peter Mangelsdorff aus Berlin abgegeben hat.
