Blumenserie

Die wilde Schönheit aus Amerika

Man sieht sie nicht nur in der freien Natur, sondern auch in Gärten: blaue Lupinen. Mit ihren intensiven Farben und ihren traubenförmig angeordneten Blütenständen schmücken sie jedes Staudenbeet. Wer allerdings glaubt, eine Wildpflanze in seinem Garten zu haben, hat nur bedingt Recht: Die "wilde Schönheit" Lupine ist eine eingewanderte Art.
Lupine

Ein Traum in Blau: Lupinen, fotografiert an der Straße zwischen Hanstedt und Asendorf.

Lupinen erkennt man nicht nur an ihren traubenartig angeordneten Blüten, sondern auch an ihrer Blattform: Die schmalen Einzelblättchen sind in Kreisform aufgefächert. Die Lupine gehört zu den Schmetterlingsblütengewächsen. Da sie auf stickstoffarmen Böden leben kann, wird sie häufig auch als Pionierpflanze eingesetzt oder zur Gründüngung verwendet.

Ursprünglich sind blaue Lupinen im Westen Nordamerikas zu Hause. In unsere Breitengrade gelangten sie als so genannte Neophyta, umgangssprachlich auch Neophyten genannt. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und setzt sich zusammen aus neos (neu) und phyton (Pflanze). Als Neophyten (demnach: neue Pflanzen) wurden alle Pflanzen bezeichnet, die nach 1492 (Entdeckung Amerikas durch Kolumbus) bewusst oder unbewusst eingeschleppt wurden.

Bei den blauen Lupinen ist das bereits mindestens vier Jahrhunderte her. Das ist schriftlich überliefert in dem 1613 erschienen "Hortus Eystettensis". Dabei handelt es sich um einen prächtigen Band mit faszinierenden farbigen Zeichnungen und Beschreibungen von mehr als 500 Blumen, die im seinerzeit berühmten botanischen Garten des Fürstbischofs von Eichstätt auf der Willibaldsburg im Altmühltal blühten. Der Garten wurde im 30-jährigen Krieg verwüstet. Erst in unserer Zeit ist der Eichstätter Garten aus dem 17. Jahrhundert auszugsweise wieder belebt worden: Die im "Hortus Eystettensis" dargestellte Pflanzenwelt ist heute in einem Informationsgarten nachzuvollziehen.

Im "Hortus Eystettensis" werden gleich zwei Lupinenarten beschrieben: die weithin bekannte blaue und die gelbe Lupine. Letztere ist vermutlich im Mittelmeerraum heimisch und wächst dort in bestimmten Regionen noch heute wild. Da sie sich besonders im südeuropäischen Klima wohl fühlt, ist die gelbe Lupine bei uns selten anzutreffen.

Die blaue Lupine hat sich dagegen in unseren Breitengraden als Wildpflanze eingebürgert. Wo sie sich wohl fühlt, breitet sie sich über ihre Samen aus. Sie gedeiht an Straßen- und Wegböschungen ebenso wie an Waldrändern und auf Lichtungen. Auf einer solchen Lichtung - unmittelbar an der Straße zwischen Hanstedt und Asendorf - haben die HAN eine große Lupinen-Fläche entdeckt.

Infobox

Die Lupinen

Die Lupinen (Lupinus), selten Wolfsbohne genannt (althochdeutsch luvina, lateinisch lupus = Wolf), sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae oder Leguminosae). Zur gleichen Familie gehören beispielsweise Erbse, Kichererbse und Erdnuss. In Mitteleuropa trifft man am häufigsten die Vielblättrige Lupine an.