Schafgarbe
Mit einem Hauch "Rouge"
Die Wildblume, die wir heute vorstellen, kann man fast überall sehen. Ihre zarten kleinen Blüten sind in der Regel weiß. Manchmal tragen sie allerdings auch einen Hauch von "Rouge", und mit diesem rosafarbenen Ton sind sie besonders hübsch anzuschauen.
Es handelt sich um eine seit langem bekannte Heilpflanze. Ihr Name: Schafgarbe, auch Wiesen- oder Gemeine Schafgarbe. Ihr wissenschaftlicher Name: Achillea Millefolium, was so viel heißt wie "tausendblättrig". Genau so wenig wie der Tausendfüßler 1000 Füße hat, kommt die Schafgarbe auf 1000 Blätter. Doch deren offensichtliche Fülle hat wohl ausgereicht, um ihr zu diesem lateinischen Namen zu verhelfen. Jedenfalls verfügt sie über zahlreiche gefiederte Blätter, die ihrerseits aus einer Vielzahl kleiner Einzelblätter bestehen.
Ihren deutschen Namen hatdiese Wildblume übrigens dem Umstand zu verdanken, dass sie von Schafen sehr geschätzt wird. Die Tiere lassen allerdings die flachen Blütendolden stehen, die von Juni bis Herbst erscheinen. Die scheinen nicht ihr Geschmack zu sein. Möglich, dass Menschen dadurch neugierig wurden und dabei die Heilkraft der Schafgarbe kennenlernten. Doch das ist eine reine Vermutung.
Erwiesen ist dagegen, dass der Korbblütler Achillea Millefolium aufgrund seiner ätherischen Öle schon lange in der Volksheilkunde bekannt ist. Die aromatisch duftenden Blätter finden laut Apothekerin Astrid Paasch (Flensburg) getrocknet als Tee Anwendung.
Schafgarbe wird in der Volksmedizin vor allem als krampflösendes und entzündungshemmendes Mittel nachgesagt. Allerdings kann die Schafgarbe bei empfindlichen Menschen auch gesundheitliche Schäden verursachen: Nach einem Kontakt mit der frisch gepflückten Pflanze kann es zu einem juckenden Hautausschlag, der so genannten Schafgarbendermatitis, kommen.
Die Schafgarbe kann man sogar essen: Feingehackt lassen sich damit Salate und Suppen abschmecken; man kann sie in einer Kräuterbutter verarbeiten oder auch einen einfachen Frischkäse damit "aufpeppen". Die Blätter lassen sich zudem getrocknet in Meersalz aufbewahren, das dadurch eine besondere Würze erhält. Übrigens hat die Schafgarbe schon wiederholt die Aufmerksamkeit von Gärtnern geweckt, die mit Erfolg Gartenvarianten züchteten. Eine Gartenvariante der Sumpf-Schafgarbe (Achillea ptarmica) ist inzwischen sogar schon wieder den umgekehrten Weg gegangen: Von ihr findet man in freier Natur - zum Beispiel nach Auskunft von Detlef Gumz von der Naturschutzbehörde des Landkreises Harburg in den Wiesen der Winsener Elbmarsch bereits wieder verwilderte Exemplare.
