Susanne Breckmann
Am liebsten rumänische Lieder
"Fernsehen mag ich eigentlich nicht sonderlich gern", sagt Susanne Breckmann. "Ich lese viel lieber und höre - so oft es geht - Radio." Am morgigen Donnerstag wird Susanne Breckmann 90 Jahre alt.
Heimfeld. Aber: Ganz so brav, wie jetzt war das Geburtstagkind Breckmann keineswegs immer: "Ich erinnere mich noch, wie sie bei meiner Konfirmation aufstand, tanzte und mit rumänischen Liedern so richtig Leben in die Feier brachte", sagt ihr Neffe Rainer Breckmann.
Die rumänischen Lieder kamen nicht von ungefähr: Geboren wurde Susanne Breckmann nämlich 1920 als Susanne Dinesch im Dorf Birk in Siebenbürgen, dass auch damals schon zu Rumänien gehörte.
Die Wirren der Zeit brachten Susanne Dinesch in den 1940er- Jahren in die rumänische Hauptstadt nach Bukarest, wo sie als Lazaretthelferin ihren Dienst versah. Sie sah damals eine Menge Leid, traf aber mittendrin auf das Glück ihres Lebens: Luftwaffensanitäter Adolf Breckmann aus Sinstorf, der im Zivilberuf als Mützenmacher aktiv war. Schnell war es um die beiden geschehen, und schon kurze Zeit später waren sie miteinander verlobt. Adolf Breckmanns Vorgesetzter sah das allerdings alles andere als gern: "Sein Spieß ließ meinen Mann daraufhin an die Ostfront versetzen", sagt Susanne Breckmann. Geheiratet wurde trotzdem - per Ferntrauung: Der Bräutigam wurde in Simferopol auf der Krim, die Braut in Bukarest per Telegrammverlesung für verheiratet erklärt. "Später kam Adolf Breckmann dann im Zivilzug von Simferopol nach Bukarest, um mich dann nach Hamburg zu seinen Eltern zu bringen", sagt Susanne Breckmann. So wohnte sie bei ihren Schwiegereltern in Sinstorf, bis Adolf aus Krieg und Gefangenschaft zurückkehrte und sich die beiden eine Bleibe in Langenbek schufen. Zwei Söhne kamen zur Welt: Harald, Jahrgang 1945, wohnt mittlerweile in Tötensen und Dieter, Jahrgang 1950, jetzt in Hausbruch. Harald bescherte seiner Mutter auch eine Enkelin und einen Urenkel.
Wenn sie nicht gerade ihre beiden Jungen erzog, arbeitete Susanne Breckmann als Näherin bei ihrem Mann mit. Eine Zeitlang war sie auch als Fleischereiverkäuferin im Geschäft Divola an der Knoopstraße in Harburg tätig.
Gern erinnert sich Susanne Breckmann an Familienfeiern. Die letzte große, zu der sie mit ihrem Mann eingeladen hatte, war das Fest der goldenen Hochzeit. "Fast alle Freunde und Verwandten waren zu der tollen Feier gekommen, das war natürlich schön", sagt sie. Vor zwei Jahren verstarb Adolf Breckmann allerdings. Morgen wird Susanne Breckmann, die mittlerweile in einer gemütlichen Seniorenwohnung in Heimfeld lebt, wieder viel Besuch haben. Wer weiß: Vielleicht singt sie dann auch wieder ihre geliebten rumänischen Lieder.
