Erich Romann

Poker-Pirat: "Ich bleibe!"

Der bizarre Bierflaschen-Auftritt am Montag in der ersten Kreistagssitzung und die wirren Äußerungen des Handeloher Piraten Erich Romann haben die junge Partei bis in die Landesspitze hinauf geschockt. Nach dem jüngsten Eklat bereut die Kreispartei, den Islam-Konvertiten mit deutsch-nationaler Einstellung aufgestellt zu haben und will ihn loswerden. Doch freiwillig gehen will der Pokerspieler nicht.
Erich Romann

Erich Romann von der Piraten-Partei in der konstituierenden Kreistagssitzung.

Handeloh. "Dass das so krass ist, war uns bisher nicht klar. Wenn da etwas so furchtbar schief läuft, kann ich das nicht tolerieren", sagt der Landesvorsitzende der Piratenpartei Niedersachsen, Arne Hattendorf, nach dem Eklat um ihr Mitglied im Harburger Kreistag. Der 44-Jährige Parteichef ist gerade selbst in den Stadtrat Wolfenbüttel eingezogen und sieht den Wahlerfolg der Piraten als "große Chance, zu zeigen, dass wir etwas für den Bürger machen können. Wenn dann da jemand ist, der ohne Not droht, unsere Reputation zu beschädigen, dann muss er weg", sagt Hattendorf.

Romanns Kreisverband hat umgehend Konsequenzen gezogen und gegen den Handeloher Piraten ein Parteiausschlussverfahren eingeleitet. Wir halten ihn für untragbar, weil er dem Ansehen der Partei nach außen hin schadet und die innerparteiliche Ordnung stört. Wir sind zwar sehr tolerant, aber irgendwo geht es dann nicht weiter, sagt der Kreisverbandsvorsitzende Nicolas Krüger aus Winsen.

Wie konnte die junge Partei, die so sehr auf Transparenz setzt, überhaupt einen solchen Kandidaten ins Rennen schicken? "Er hat sich anfangs sehr gut präsentiert und sich uns als Molekularmediziner mit liberalen, freiheitlichen Zielen dargestellt", sagt Krüger. Nach der Wahl habe sich das dann schlagartig geändert: "Da war er plötzlich völlig anders." Nun hoffen die Piraten, dass der Handeloher nach dem Rauswurf, den die Partei auf Bundesebene beschließen muss, sein Kreistagsmandat zurückgibt.

Das aber will Romann nicht tun. "Aus dem Kreistag trete ich selbstverständlich nicht zurück. Das Volk hat mich gewählt, und das Volk steht hinter mir", sagte Romann gestern den HAN. In der Piratenpartei seien im Moment nur Linksradikale, aber das werde sich in den nächsten Jahren hoffentlich ändern. "Vielleicht kommen noch soviel Konservative in die Partei, dass wir wieder vernünftiger werden." Seine Kollegen Krüger und Ludwig seien Verfassungsschutzagenten, die versucht hätten, ihn unter Druck zu setzen, zu manipulieren und zu kontrollieren, sagt Romann: "Und ich lasse mich weder vom Verfassungsschutz noch von der CIA manipulieren."

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Parteitag

Zum Bundesparteitag der Piratenpartei am kommenden Wochenende in Offenbach erwartet die junge Partei rund 1500 Mitglieder - so viele wie nie zuvor. Im Mittelpunkt sollen voraussichtlich die Themen Wirtschaft und Bildung stehen.