Dorothea Uhlendorf
Die Feuerwehr-Fotografin
"Ich finde es großartig, wie selbstlos sich hier Männer und Frauen in den Dienst für den Nächsten stellen", sagt Dorothea Uhlendorf aus Undeloh. Um sich dafür zu bedanken, begleitet die Profi-Fotografin ein Jahr lang ehrenamtlich die Freiwillige Feuerwehr in ihrem Heimatdorf.
Undeloh. Von den Einsätzen bei Bränden und Tierrettungen über Schulungen und Dienstabende hält sie alles im Bilde fest. Auch beim Undeloher Dorffest, das die Feuerwehr ausrichtet, und beim Kreisfeuerwehrtag in Egestorf war Uhlendorf dabei. Ortsbrandmeister Claus-Jürgen Rabeler freut sich über die kostenlose Dokumentation. Die Bilder würden nicht nur Bestandteil der Chronik, sondern könnten auch in einem Fotobuch zusammengefasst werden. Dieses sei dann ein schönes Geschenk für Gäste und bei Jubiläen in den eigenen Reihen. Der klassische Teller sei ja mittlerweile out. "Wir sind froh, dass wir uns nun so zeitgemäß der Öffentlichkeit präsentieren können", strahlt Rabeler.
"Gerade die kleinen Orte brauchen dringend die Feuerwehren", meint Dorothea Uhlendorf, "wir alle wissen, wie schnell sich ein Brand ausbreiten und wertvolle Landschaft zerstören kann. Wenn die Sirene geht, lassen die Retter alles stehen und sausen los." So auch kürzlich, als am Radenbachweg eine Heidefläche in Flammen stand. Auch Dorothea Uhlendorf sprang aus dem Liegestuhl in ihrem Garten, griff nach der Fototasche und fuhr mit dem Auto zum Gerätehaus. In den Einsatzwagen darf sie allerdings aus versicherungstechnischen Gründen nicht. Weil das Feuer mitten im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide war und dort ein Fahrverbot herrscht, erreichte sie die Stelle zu Fuß. Rauch und Ruß schlugen ihr entgegen. "Jeder Feuerwehrmann hat seinen festen Platz und alle arbeiten perfekt im Team", berichtet Uhlendorf, "das ist einfach bewundernswert."
Nicht zu unterschätzen sei auch der soziale Faktor der Wehren für die Dorfgemeinschaft. In den Jugendabteilungen würden die Mädchen und Jungen spielerisch an die Aufgaben herangeführt, bei den Osterfeuern und den Laternenumzügen der Kameraden seien alle Altersstufen dabei. "Die Feuerwehrleute kabbeln sich auch schon mal, aber wenn es ernst ist, stehen sie alle ganz fest zusammen", weiß Dorothea Uhlendorf. Inzwischen hat sie bereits mehrere Tausend Fotos erstellt. Sehr viele Bilder zeigen die Wettbewerbsgruppe. Die Mitglieder würden sich durch Training fit halten, auch Fortbildungen ständen regelmäßig auf der Tagesordnung. "Und das alles neben Beruf und Familie", würdigt die engagierte Fotografin.
Dorothea Uhlendorf wurde in Braunschweig geboren. Zur Konfirmation erhielt sie ihre erste Kamera. Nach dem Abitur folge ein Studium der Sozialwissenschaft, unter anderem in Göttingen. Bei verschiedenen Aufenthalten hatte Uhlendorf Undeloh kennen- und lieben gelernt. Im Jahr 2004 zog sie ganz dorthin. Das habe sie bis heute nicht bereut, verrät die blonde Frau mit dem flotten Kurzhaarschnitt. Die Heide liege gleich vor der Tür und sei zu allen Jahreszeiten schön.
Ihre Verbundenheit zur Landschaft mit Ginstern, Schnucken und Wacholdern dokumentiert Dorothea Uhlendorf in einem Heidekalender für das Jahr 2011, der ab sofort in den örtlichen Buchhandlungen und über den Verein Naturschutzpark (VNP) vertrieben wird. Abgebildet sind nicht nur lilafarbene Blütenteppiche, sondern auch der Pferdeschlitten im Schnee, hellgrüne Birken am Sandweg und eine leuchtend rote Hagebutte in Großaufnahme. Ihre weiteren Hobbys sind das eigene Auto, Lesen und Reisen. In diesem Sommer war Dorothea Uhlendorf drei Wochen lang in Schottland unterwegs - natürlich mit der Kamera.
