Weltreise

Abenteuer im Schnee und Wüstensand

Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Walther Altmann (58) ist Kari Kloth (62) jetzt von einer fast vierjährigen Reise durch Afrika, Arabien und Asien zurückgekehrt.
Weltenbummer

Kari Kloth und Walther Altmann vor ihrem Wohnmobil: „Wir sind durch 33 Länder gefahren, haben in der Wüste unter dem Sternenhimmel geschlafen und die grüne Dschungelhölle erlebt.“ Foto: cb

Kakenstorf/Undeloh. "Wir erlebten Abenteuer pur, haben Gelassenheit gelernt und hören nun wieder mehr auf unsere Intuition. Nie wussten wir, was uns hinter der nächsten Wegbiegung erwartet. Es galt ständig auf Unverhofftes zu reagieren", sagt die Märchenerzählerin und Heilpraktikerin.

Mit dem Wohnmobil hat das Paar insgesamt 33 Länder entdeckt und dabei 120 000 Kilometer zurückgelegt. Es gab nur zwei Reifenpannen - eine in Saudi-Arabien und die andere ausgerechnet bei der Heimfahrt in Undeloh. Dort leben Kloth und Altmann jetzt weiter in ihrem rollenden Heim. Denn ihr Haus in Kakenstorf hatten sie vor dem Start 2007 aufgegeben. Zum Winter wollen sie sich eine neue Bleibe suchen.

Die Route führte über Österreich und durch die Schweiz nach Italien. Mit der Fähre ging es nach Tunesien. Libyen und die Oasen in Ägypten waren die weiteren Stationen. Per Ponton passierten die Abenteurer den Nasser-See, fuhren in den Sudan, nach Nord-Äthiopien, in den Jemen und nach Oman. Auch durch den Iran, Pakistan, Nepal, Indien, Kaschmir und Tibet tourte das Mobil auf Mercedes-Basis, das Kloth und Altmann liebevoll "Trusty" (Vertrauter) nennen. Die Rückfahrt erfolgte über Südafrika, Uganda und Saudi-Arabien durch die Türkei und Griechenland. "Unterwegs haben wir von unseren Ersparnissen gelebt und Gelegenheitsjobs angenommen", berichtet Kloth.

So manches Mal konnte sie als Heilpraktikerin helfen, der gelernte Elektriker Altmann profitierte von seinem handwerklichen Geschick. Die Weltreise war für das Paar Thriller, Komödie, Liebesfilm, Dokumentation - und oft so schön wie ein Tanz und Gedicht. "Wir haben Millionen von Haarnadelkurven und Serpentinen bezwungen, haben Lavagestein, Flussströmungen und himmelnahe Pisten gemeistert und uns millimeterweise unter Felsüberhängen hindurchgequält", erzählt Kari Kloth. Auch reichlich Herzrasen gehörte dazu, denn so manches Mal steuerte Altmann das Mobil zentimeterweise an steilen Abhängen vorbei. Schnee und Sandstürme verhinderten das Vorankommen. Die Nahrung wurde gepflückt, gefischt, gefangen und gekauft. Das Paar speiste vornehm im Fünf-Sterne-Hotel und saß bei Eingeborenen auf Strohmatten. Unvergesslich sind die Begegnungen mit Schlangen, Krokodilen, Löwen, Elefanten, Skorpionen und Schmetterlingen.

"Die größte Gefahr begegnete uns in Menschengestalt", schildert das Paar. "Wir wurden verhört, angegriffen und beraubt." In Äthiopien standen sie plötzlich Kriegern gegenüber. Da Kari Kloth arabisch spricht und islamische Gebete vortrug, wurden aus den vermeintlichen Feinden Freunde. "Wir wurden in die Hütte eingeladen und tranken bei der Familie frische Kamelmilch", sagt Kari Kloth. "Später erfuhren wir, dass diese Krieger andere erschossen hatten."

Zu den eindrucksvollsten Erlebnissen gehörten die Begegnung mit dem Dalai Lama und die Besteigung des Kailash, des legendären heiligen Berges in Tibet. Vier Tage lang dauerte der Aufstieg bis in 6000 Meter Höhe. "Die Luft ist dort oben sehr dünn. Ich habe erfahren, dass der Atem das Kostbarste im Leben ist", meint Kari Kloh. Um nicht für die Verdauung Sauerstoff aus dem Gehirn abzuziehen, folgte sie dem vorgegebenen Ernährungsprogramm. Sie trank Wasser und aß nur Äpfel und Fladenbrot mit Gemüse. Dabei hat sie sieben Kilo abgenommen. Das Kochen und Schlafen im Wohnmobil war dagegen reinster Luxus. 22 000 Liter Diesel wurden während der Weltreise verbraucht. Für ihren Partner Walther hat sie viel Lob: "Er ist Lebenskünstler, ein Magier am Steuer und heldenhaft auf der Piste".

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Dia-Abend in der Teestube

Unter dem Motto "Risiko, Abenteuer, Schwarz und Weiß - unsere Reise durch die Kontinente" berichteten Kari Kloth und Walther Altmann am Sonnabend, 1. Oktober, ab 18.30 Uhr in der Undeloher Teestube, Zur Dorfeiche 15, über ihre Erlebnisse. Anschließend besteht die Möglichkeit zu einer kulinarischen Reise mit orientalischen Köstlichkeiten. Informationen und Anmeldung in der Teestube unter der Telefonnummer 0 41 89/2 05.